Review

Reviews 8.0

GREEN DAY

21st Century Breakdown

Ausgabe: RH 266

Warner (69:17)

„American Idiot“ war eines der fantastischsten Alben der letzten fünf Jahre, ein makelloses Ideen-Feuerwerk im magischen Dreieck zwischen sozialkritischem Punk, chromblitzendem Stadionrock und dem Besten, was der Pop zu bieten hat. Und auch wenn „21st Century Breakdown“ nicht ganz an die unglaubliche Hitdichte seines Vorgängers heranreicht: Das 18 Tracks starke neue Konzeptwerk ist eine weitere Lehrstunde in Sachen zeitlos grandiose, enorm abwechslungsreiche Rockmusik. GREEN DAY lassen The Whos „Quadrophenia“ auf die letzten My-Chemical-Romance-CDs prallen, unterfüttern Beatles-Melodien mit massivem Punk-Geschrote, kombinieren Südtribünen-Gänsehautbombast mit einfühlsamen Balladen und finden sogar noch Platz für elegante Piano-Grooves und treibenden Latino-Rock. Billie Joe & Co. zitieren zwar erneut ausgiebig Ohrwurmmelodien aus 45 Jahren U-Musik-Geschichte, lassen sich dabei aber nur selten so unvorsichtig in flagranti erwischen wie beim an David Bowies ´All The Young Dudes´ angelehnten ´21 Guns´. Strahlende Hits der Marke ´Peacemaker´, ´Restless Heart Syndrome´ oder die beiden ´Viva La Gloria´-Parts gehören zum Begnadetsten, was seit langer, langer Zeit in die oberen Regionen der Charts vorgestoßen ist, und sollten sämtliche Bubblegum-Punk-Lästermäuler endgültig verstummen lassen.

Autor:
Michael Rensen
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