Review

Reviews 9.0

GRAVEYARD

Hisingen Blues

Ausgabe: RH 287

Nuclear Blast/Warner (39:49)

Nase voll von aufgeblasenen, sterilen Produktionen? Von vorhersehbarem Songwriting ohne jegliche Emotionen und Überraschungseffekte? Dann sind die aus Göteborg stammenden GRAVEYARD genau die Band, auf die ihr gewartet habt. Schon der anfangs an eine spontane Proberaum-Jam erinnernde Opener ´Ain´t Fit To Live Here´, der mit der schönen Textzeile „People ask me what is wrong, I don´t see what´s right“ aufwartet, verblüfft mit Spontanität, Rotzigkeit und einer Retro-Schlagseite, die glauben macht, dass der Schweden-Vierer geradewegs aus den Siebzigern in die Neuzeit gebeamt wurde. Hier wirkt nichts kalkuliert oder gar aufgesetzt, „Hisingen Blues“ klingt durch und durch authentisch und ist ein psychedelisch-bluesiges Monster, das jeden, der ein Faible für echte, handgemachte Musik hat, umgehend in seinen Bann zieht.

Nicht von ungefähr werden gerne Led Zeppelin als Vergleich bemüht, um den Stil von GRAVEYARD zu umschreiben, aber selbst das trifft es nur bedingt, denn neben Blues-, Rock- und Folk-Einflüssen sind es vor allem die psychedelischen Parts, die die Ausnahmestellung des Quartetts begründen. In ruhigeren Momenten beschwört der Gesang von Joakim Nilsson und Jonatan Ramm mehr als einmal Erinnerungen an eine Light-Version von Jim Morrison herauf, und das Instrumental ´Longing´ ist nichts anderes als eine LSD-triefende Gemeinschaftsproduktion von Down und den Doors, die hier ihre ganz eigene Version des Ennio-Morricone-Klassikers „Spiel mir das Lied vom Tod“ erschaffen haben.

Vor diesem Hintergrund könnte „Hisingen Blues“ tatsächlich das Album sein, auf das sich Hardrock- und Classic-Rock-Fans, Retro-Rocker und Stoner gleichermaßen einigen können. Ein Kunststück, das bisher nicht vielen Bands gelungen ist, das das Potenzial GRAVEYARDs einmal mehr unterstreicht und uns schon jetzt ein Highlight des noch recht jungen Jahres beschert.

Autor:
Thomas Kupfer

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