Review

Reviews 8.5

GRAVE DIGGER

Knights Of The Cross

Ausgabe: RH 133

Zwar hatte schon das letzte Album der Totengräber, "Tunes Of War", durchaus seine Qualitäten, doch solch einen Knaller wie "Knights Of The Cross" hätte ich der Band um Frontröhre und Gründungsmitglied Chris Boltendahl, die Mitte der Achtziger mit "Heavy Metal Breakdown" und "Witch Hunter" zwei Highlights teutonischer Metall-Veredelung einrotzte, dann doch nicht zugetraut. Fanden sich auf dem Konzept-Opus über die bewegte schottische Geschichte mit 'Rebellion' und 'The Dark Of The Sun' meiner bescheidenen Meinung nach "nur" zwei echte Ohrwürmer, kommt man in dieser Hinsicht auf dem achten Album (wenn man den DIGGER-Ausrutscher "Stronger Than Ever" mitzählt) der True Metaller mit dem Zählen kaum nach, haben GRAVE DIGGER heuer doch großen Wert auf hymnenhafte Arrangements, extrem eingängige Refrains, fette Chöre und den vermehrten Einsatz von Keyboards gelegt. Eine gewisse Seelenverwandschaft zu Blind Guardian, Helloween, Manowar, Savatage und Konsorten ist also nicht von der Hand zu weisen, woraus man dem Vierer aber keinen Strick drehen kann, klingt "Knights Of The Cross", das sich textlich ausführlich mit Aufstieg und Fall des im Mittelalters sehr mächtigen Templerordens beschäftigt, trotz des hohen Bombast-Faktors zu jeder Sekunde hundertprozentig nach GRAVE DIGGER. Dafür sorgen schon unverwechselbare Trademarks wie die eigentümliche Stimme von Chris, an der sich - obwohl sie diesmal eine ganze Ecke variabler klingt - nach wie vor die Geister scheiden werden, und die sehr traditionellen Riffs aus der Klampfe von Flitzefinger Uwe Lulis. So wird es der Band sicher gelingen, ihre alten Anhänger bei der Stange zu halten und gleichzeitig noch einige Fans oben genannter Acts zu gewinnen. Kein Zweifel, mit prima produzierten Krachern wie dem Titelstück, 'Lionheart', 'Inquisition', 'Baphomet' und dem alles überragenden Schlacht-Opus 'The Battle Of Bannockburn' haben sich Onkel Reaper & Co. endgültig in der Spitzengruppe der deutschen Hartwurstliga etabliert. Gratulation!

Autor:
Buffo Schnädelbach

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