Review

Reviews 8.0

GOJIRA

The Way Of All Flesh

Ausgabe: RH 258

Listenable/Soulfood (75:17)

Das Fleisch ist willig, und der Geist ist schwach: In einer Welt, in der Hedonismus Nachhaltigkeit die Schau stiehlt, sind GOJIRA einsame Rufer in der Wüste. Und diese Band meint es ernst mit ihren Themen: Umweltzerstörung, die Natur, die Seele, der Tod. Musik als Aufklärung und Anklage. Das mag man achselzuckend zur Kenntnis nehmen, das kann man belächeln, aber man darf die Franzosen auch dafür bewundern, dass sie in einer fast schon zwanghaft ironisch gebrochenen Postmoderne einfach nur sie selbst sind und ihre Anliegen vortragen.

Und wie sie das tun! Als hätten sie sich vorgenommen, endgültig das Erbe von Voivod anzutreten, als hätten sie es sich zum Ziel gesetzt, ihre eigenen Trademarks kompromisslos zu etwas durch und durch Schlüssigem zu vereinen, ist „The Way Of All Flesh" ein einziger Koloss, ein großes schillerndes Ganzes, ein Kaleidoskop der Sinne. Diese Platte ist konzentriert, zentriert, fordernd. Die Schublade? Wenn die erwähnten Voivod so was wie Progressive-Thrash waren, dann sind GOJIRA das auch. „The Way Of All Flesh" tönt knüppelhart, es gibt immens viele Breaks und einen ganzen Sack voll großartiger Harmonien und Melodien (´Oroborus´, ´A Sight To Behold´, ´The Art Of Dying´, ´Esoteric Surgery´). Wobei: Diese Schönheiten springen einen nicht an, sie wollen entdeckt werden. Bei aller Begeisterung tut Muße also Not.

Autor:
Boris Kaiser
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