Review

Reviews 7.0

GOJIRA

The Link

Ausgabe: RH 197

(47:10)

Französische Bands umweht meist ein Hauch von Magie und völligem Wahnsinn. Dass gerade Deutsche damit nicht umgehen können, ist nichts Neues. Neben offiziellem Reichsadler-meets-Tricolor-Händeschütteln herrscht auf beiden Seiten der Grenze noch immer starke Verunsicherung. Ebenso im Metal-Paralleluniversum. GOJIRA werden ganz sicher nicht dazu beitragen, diese Barrieren zu verdampfen. Dazu sind sie einfach zu schrill, zu kaputt, zu französisch. Zum Glück aber auch nicht weinerlich. Eher Crossover - und das bis zum Exzess. Supertechnische Frickeleien, die des Prog-Metallers Hose anschwellen lassen, gipfeln in echt bizarren Knüppelparts, richtig wehtuende Disharmonien werden zelebriert, um danach den Stumpf-Punker raushängen zu lassen. Macht zwar irgendwie alles keinen rechten Sinn, aber darin besteht der Anspruch von Musik ohnehin nur bedingt. GOJIRA sind in jedem Fall unterhaltsam und spannend. Nach einigen Durchläufen bleiben vereinzelt sogar Passagen hängen. "The Link" hat insgesamt ohnehin eher den Charakter eines Soundtracks. Dass der Gesang so spärlich eingesetzt wird, unterstreicht dies ebenso.

Wer beim Roulette ohne zu zögern alles auf die "0" setzen würde, kommt als Zielgruppe für "The Link" wohl am ehesten in Frage. Zweifler, Frager und Abwägler haben in der GOJIRA-Welt keinen Platz.

Autor:
Volkmar Weber
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