Review

Reviews 8.0
Doom Metal Progressive

GLOSON

The Rift

Label: Indie/Soulfood
Dauer: 57:48
Erscheinungsdatum: 18.03.2022
Ausgabe: RH 418

Nach ihrem vielversprechenden Debüt „Grimen“ von 2017 schleudern die schwedischen Sludge/Post-Metaller GLOSON den hohen Erwartungen fünf Jahre später ihr zweites Album entgegen. Dass die ehemals fünf Musiker um einen Mann geschrumpft sind, tut der Wucht der Platte keinen Abbruch. Es passt gut, dass „Gloson“ in alter schwedischer Folklore der Name eines Wildschweins ist: Wie ein aufgescheuchter Keiler preschen brutale Riffs voran, reißt ein dröhnender Bass in spannungsgeladener Atmosphäre alles mit sich, untermalt von drei fuchsteufelswilden Stimmen, die mal grölend, mal kreischend, mal clean singend sich selbst und die Welt anklagen. In seiner zweiten Single ´Windbearer´ schmettert das Quartett fast neuneinhalb Minuten lang seinen Hass all jenen entgegen, die in egozentrischer Ignoranz und bester Macbeth-Manier Grenzen überschreiten, um sich selbst zu erhöhen. Ihre kreative Freude offenbart sich derweil vor allem in ´Cerberus IV (Exodus)´, das mit unheilvoller Ruhe einen tosenden Sturm einläutet und schließlich in progressiver Perfektion das hypnotisierte Publikum in fremde Sphären entführt. Immerhin geben uns GLOSON in ihrem letzten Track fast 14 Minuten lang Zeit, den Adrenalinhaushalt wieder einigermaßen unter Kontrolle zu bekommen.

Autor:
Judith Kaiser-Rübsamen

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