Review

Reviews 8.0
Modern Metal Hardcore

GHOSTHER

Through Fire

Label: Noizgate/Rough Trade
Dauer: 40:20
Erscheinungsdatum: 06.12.2019
Ausgabe: RH 392

´The Bitterend´ begleitet vor dem geistigen Auge einen Filmabspann. Die Credits laufen, und das Publikum ist schwer zufrieden. Eben hat es ein futuristisches Action-Spektakel erlebt, mit Heldin und männlichem Sidekick. Kämpfe über den Dächern glitzernder Städte, die Hoffnung nur am Horizont, eine Mischung aus „Aeon Flux“ und „Fast & Furious“. Unfassbar, dass die Vocals hier von einer Frau kommen, denn Jenny klingt wie die Sänger von My Chemical Romance, Taking Back Sunday oder Panic! At The Disco zu ihren frühen Zeiten. Unglaublich, dass die mitreißende Mischung aus Nuller-Jahre-Emo, Screamo und Metalcore nicht in Kalifornien, New Jersey oder Ohio, sondern in Heinsberg entstanden ist. Immerhin Grenzgebiet zu den Niederlanden, dem San Fernando Valley Europas. Innerhalb seines Genres macht das Quartett ohne Nachnamen alles richtig. Die Hooklines bescheren Fans der Gattung feuchte Augen, ohne jemals aufgesetzt zu wirken. Unprätentiösem Geholze auf der einen steht auf der anderen Seite große Dramatik gegenüber, wie sie Muse nicht mehr hinbekommen. Die Dynamik nimmt ihren Pfad durch Laut-leise-Momente so durchdacht wie der imaginierte Film dazu seinen Weg durch Wendepunkte und Twists. Bis hin zum Artwork und schönem Gatefold-Digipak ein überzeugendes Kleinod, das statt bei Noizgate aus Bielefeld auch bei Victory aus Chicago hätte erscheinen können.

Autor:
Oliver Uschmann
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