Review

Reviews 7.5

FOO FIGHTERS

In Your Honor

Ausgabe: RH 219

(83:27)

Mit den FOO FIGHTERS ist es so eine Sache: Auf jeder ihrer Scheiben stehen zwei, drei Überhits, für die andere Bands ihre Freundinnen an hinterasiatische Mädchenhändler verkaufen würden - die restlichen Tracks plätschern allerdings meist recht ereignisarm an einem vorbei. Von daher musste man beim neuen Doppelalbum Grausamstes befürchten (mehr Material, mehr Ausschuss), doch erstens ist die Gesamtspielzeit mit 83 Minuten recht übersichtlich ausgefallen, und zweitens beschränkt man sich nicht nur auf straighte Sonnenschein-Songs. Auf Disc eins benennt sich der Bandboss kurzerhand in Dave Gröl um, schreit oft mehr, als dass er singt, schüttelt sich einige ungewöhnlich fette Metal-Riffs aus dem Handgelenk und erfüllt mit dem apokalyptischen Titeltrack, dem wütenden ´The Last Song´, der Rotzpeitsche ´No Way Back´ und dem breitreifigen Weltschmerz-Epos ´The Deepest Blues Are Black´ das Ohrwurm-Plansoll.

Silberdeckel Nummer zwei überrascht dann mit zehn Unplugged-Songs und Gästen wie Norah Jones (!), Josh Homme (Queens Of The Stone Age) und John Paul Jones (Led Zeppelin). Auch hier ist nicht alles Gold, was grohlt, aber die angenehme Stilvielfalt, die relaxte Grundstimmung und sanfte Perlen wie ´Still´, das Nirvana-lastige ´Friend Of A Friend´, das swingende ´Virginia Moon´ und das von Drummer Taylor Hawkins gesungene ´Cold Day In The Sun´ lassen die mit „not so loud" bestickerte Scheibe sogar noch etwas widerstandsloser in die Gehörgänge flutschen als ihren harten Zwilling.

Autor:
Michael Rensen
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