Review

Reviews 8.0

FOO FIGHTERS

Echoes, Silence, Patience And Grace

Ausgabe: RH 245

(51:12)

Was auf dem letzten FOO FIGHTERS-Doppelalbum „In Your Honor" musikalisch noch auf eine Rockscheibe und eine Akustik-Seite verteilt wurde, ist dieses Mal Teil einer einzelnen CD. Stilistisch präsentiert sich das Quartett um Mastermind Dave Grohl so vielfältig und abwechslungsreich wie nie zuvor. Inspiriert von einer Akustik-Tournee mit achtköpfiger Live-Besetzung, dem eigenen Backkatalog und Erfahrungen mit zahlreichen Projekten, wagt sich der US-Vierer in Gefilde vor, die man von ihm bisher im besten Fall ansatzweise kannte. Statt vorbeirauschendem Einheitsbrei experimentieren Grohl & Co. gekonnt mit einem Streicherquartett, Piano-Einlagen, epischem Rockbombast, poppigen Einschüben, gefühlvollen Blues-Parts und rauen Country-Klängen. Die FOO FIGHTERS sind immer noch eine Rockband mit einem eigenen, unverwechselbaren Sound, aber auf der Stilpalette gesellen sich mutig neue Songwriting-Ansätze hinzu. Von der vertrauten Melodic-Punkrock-Attitüde der ersten Single ´The Pretender´ über die impulsiven Klänge des Heavy-Rockers ´Let It Die´ bis zum Mainstream-tauglichen Radio-Hit ´Long Road To Ruin´ schlängelt sich der rote Rock-Faden durch die Platte, wohingegen der mediterran angehauchte Instrumental-Track ´Ballad Of The Beaconsfield Miners´, die rustikalen Country/Blues-Nummern ´Stranger Things Have Happened´ und ´Summers End´ sowie das mit cleanen Vocals gesungene Poprock-Stück ´Statues´ und die melancholische Ballade ´Home´ kurzweilige Abweichungen vom bewährten Konzept darstellen.

Wenn es ein Album gibt, mit dem Dave Grohl endlich seine Emanzipation von Nirvana beweist, dann dieses.

Autor:
Conny Schiffbauer
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