Review

Reviews 6.0

EXCITER

Death Machine

Ausgabe: RH 284

Sorry, ihr Nostalgiker da draußen und in der Redaktion: Die Speed-Metal-Pioniere aus Kanada sind schon lange kein Kult mehr, sondern zehren nur noch vom Ruhm besserer Tage, also ihren ersten beiden Klassikern „Heavy Metal Maniac" und „Violence & Force" (1983 bzw. ´84). Was mir beim elften Studioalbum der Combo um das letzte verbliebene Gründungsmitglied John Ricci (g.) besonders auf die Nüsse geht, ist der miese Sound. Irgendwie scheinen es EXCITER nicht zu peilen, dass die modernen Errungenschaften der Studiotechnik nicht per se Teufelswerk sind. Man kann - siehe u.a. Grave Digger - Achtziger-Mucke zelebrieren und dabei trotzdem frisch und knackig rüberkommen. Stattdessen versucht der Vierer krampfhaft, wie vor fast 30 Jahren zu klingen, was tierisch in die Hose geht. (Nee, sie klingen auf „Death Machine" eben nicht wie damals, als sie einen wahren Mördersound hatten! Dann wär´ ja alles okay... - gk) Warum ich trotzdem noch sechs Punkte gebe? Weil ich tief in meinem Herzen manchmal auch noch den Achtzigern nachtrauere und einige Songs der Scheibe (z.B. das leicht punkige ´Razor In Your Back´ oder der „Doom"-Exkurs ´Power And Domination´) mit einer zeitgemäßeren Produktion und einem vernünftigen Shouter - das Gekrächze von Kenny Winter ist unter aller Sau - ordentlich ballern würden.

Autor:
Buffo Schnädelbach
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