Review

Reviews 7.5

ERIC SARDINAS AND BIG MOTOR

Boomerang

Ausgabe: RH 331

Jazzhaus/In-Akustik (34:27)
Vereinzelt gibt es Stimmen zum neuen Album, die meinen, ERIC SARDINAS manövriere sich stilistisch langsam, aber sicher in eine Sackgasse. Auch textlich würden die ewig gleichen Klischees widergekäut („Oh baby, I can´t get enough from your love" etc.), die Substanz sei darum von eher leidlichem Gehalt. Diese Meinung teile ich nicht. Das neue Album bietet vielleicht nicht ganz so viele Wirkungstreffer wie der Vorgänger „Sticks & Stones", aber „Boomerang" ist gleichwohl meilenweit davon entfernt, in langweiliger Ödnis zu erstarren. Es ist höchstens zu kurz. Aber von irgendwelchen Abnutzungserscheinungen keine Spur. Und wer Songs wie das schleppende, höllisch intensive ´Tell Me You´re Mine´ auf der Pfanne hat und Elvis Presley mit einer großartigen Coverversion (´Trouble´) huldigt, ist nach wie vor und völlig unbestritten in der Bluesrock/Rock´n´Roll-Champions-League zu Hause. Zudem gibt es neben dem Schweizer Joe Colombo keinen, der die Resonatorgitarre so fulminant, virtuos, unnachahmlich und hingebungsvoll bearbeitet. Und was die Texte angeht: Wenn nicht alles höchsten dichterischen Ansprüchen genügt - wen juckt´s? Es geht eben auch darum, eine gute und unbeschwerte Zeit zu haben. Dafür ist das, was der Slidegitarren-Derwisch aus L.A. bietet, wie geschaffen.

Autor:
Stefan Geide
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