Review

Reviews 8.5

EMPEROR

IX Equilibrium

Ausgabe: RH 143

Dies also ist das Album, das den Black Metal in "intellektuelle" Sphären führen soll. Zwar gab es auch in der Vergangenheit Bands, die der Schwarzheimer-Szene entstammten und zum Teil höchst anspruchsvolle Sounds unters Volk brachten (z.B. Ulver, Samael oder Moonspell), aber in der Regel haben sich diese Bands gleichzeitig weit von ihren Wurzeln entfernt. Nicht so EMPEROR. Was uns die "Rush des Black Metal" hier in die Anlagen gezaubert haben, ist nicht nur intelligent zusammengestrickt, gut gespielt und fett produziert, sondern auch pechschwarz, brutal und kompromißlos heavy. Der stilistische Unterschied zum Vorgänger "Anthems To The Welkin At Dusk" ist nicht so gravierend wie erwartet, obwohl sich EMPEROR als Songwriter ein gutes Stück weiterentwickelt haben. Den Begriff "Song" interpretiert die Band dabei allerdings sehr ungewöhnlich: Nichts klingt wirklich eingängig, nirgendwo tauchen "Strophen" oder "Refrains" im herkömmlichen Sinne auf, und die Songstrukturen erscheinen zunächst wirr und undurchsichtig. Gleichzeitig aber besitzt das gesamte Album eine Art roten Faden, einen Fluß, der es dem Hörer leicht macht, den Einstieg zu finden. Hier paßt alles zusammen, obwohl die Zutaten im Grunde nicht unterschiedlicher sein könnten: rasende Uptempo-Parts, mächtige Riffs, spacige Keyboardpassagen, äußerst melodiöse Parts, kalte, befremdliche Atmosphäre, wütende, extreme Vocals, sanfte Akustik-Einschübe - verpackt in lange, verschachtelte Songs. "IX Equilibrium" ist keine Scheibe für den schnellen, ungestörten Genuß, sondern ein Werk, in das sich hineinzuwachsen lohnt.

Autor:
Götz Kühnemund
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