Review

Reviews 8.5
Death Metal Folk Metal

ELUVEITIE

Ategnatos

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 60:18
Ausgabe: RH 383

Wo nur anfangen, wenn man „Ategnatos“ bespricht? Bei der schieren Epik dieses 16 Stücke umfassenden Monuments? Bei seiner Vielseitigkeit? Nehmen wir Letztere. Da wären etwa die runengebrannte, von Blastbeats, Flöten und einem unnachahmlich grimmigen Randy Blythe nach vorne gepeitschte Abrissbirne ´Worship´ oder ´Mine Is The Fury´, das einen giftig-punkigen Death-Thrash-Folk-Dance aufs Parkett bringt - beide Songs klingen wie keine andere Band und sind doch nicht repräsentativ. So ist direkt vor diesen Gewittern das bittersüße ´Ambiramus´ platziert - beinahe plakativ, wäre „Ategnatos“ nicht wie der letzte Tanz vom Ende der Welt gleichzeitig so wunderbar ausgelassen und ernsthaft. Ziemlich brillant, das alles. Apropos „ernsthaft“: Die schiere Virtuosität des Ganzen verdient Beachtung. Wie ELUVEITIE in ´Threefold Death´ Raserei und Zerbrechlichkeit gegenüberstellen, ist große Kunst und offensichtliches Zeugnis einer handwerklichen Klasse, die sich in kaum zu zählenden Soli, Breaks, klugen kompositorischen Details und Arrangement-Ideen zeigt. Versteht sich, dass Fans der Band vom organisch produzierten „Ategnatos“ nicht enttäuscht werden, aber auch skeptischeren Zeitgenossen sei dieses Meisterwerk empfohlen. Positive Überraschungen können wir ja alle gebrauchen dieser Tage.

Autor:
Tobias Blum
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