Review

Reviews 9.0

DORDEDUH

Dar De Duh

Ausgabe: RH 306

Lupus Lounge/Soulfood (77:54)

Während Drummer Negru nach dem Auseinanderbrechen der klassischen Negura-Bunget-Besetzung im Schnellverfahren eine neue Mannschaft anheuerte, ein neues Negura-Album vorlegte und nun kurz vor Fertigstellung eines weiteren Longplayers steht, ließen sich seine Ex-Kollegen Hupogrammos und Sol Faur viel mehr Zeit: Drei Jahre sind seit dem Split vergangen. Aber nun liegt ein Mammutwerk vor, das der Basis ungetrübte Glücksgefühle bescheren dürfte. Die Schwarzmetall-Anteile von „Dar De Duh" sind grimmig, gefroren, von enormer Tiefe und Schmerz gekennzeichnet und somit von größerer Radikalität als die neuen Negura Bunget. Generell verlangt man in kompositorischer Hinsicht dem Hörer mehr ab, denn es braucht ziemlich lange, bis man die vielschichtigen, epischen, facettenreichen Stücke wirklich entdeckt, verarbeitet und begriffen hat. In folkloristischer Hinsicht hingegen nehmen sich beide Bands nicht viel: dieselbe Herkunft, dieselbe Tradition, dieselben Wurzeln, die gleichen folkloristischen Instrumente, ein ähnliches Verständnis von Einsatz, Klang und Wirkung. Nur in Details und Nuancen werden Unterschiede deutlich. 
? Fazit: DORDEDUH liefern ebenfalls überragende Qualität voller echter, glaubwürdiger, reifer Spiritualität ab, allerdings mit einer großen Note Bitterkeit im Gesamtgeschmack.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
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