Review

Reviews 8.5

DISILLUSION

Three Neuron Kings

Ausgabe: RH 182

Wer den geheiligten Namen Opeth als Vergleich heranzieht, muss entweder völlig abgehoben und eingebildet oder total geistesgestört sein. Das nahm ich nach der Lektüre von DISILLUSIONs Beipacktext an und wollte die Leipziger Band dementsprechend in Grund und Boden stampfen. Doch schon nach dem ersten hymnischen Track ´In Vengeful Embrace´ war klar, dass der Vergleich mit den unerreichbaren Schweden-Göttern zulässig ist. Zwar ist es noch ein weiter Weg, bis auch die hypertalentierten Newcomer die Übergänge von melodischen Death Metal-Parts zu akustischen Einschüben und clean gesungenen Strophen so organisch schaffen wie Meister Akerfeldt, aber den grundlegenden Dreh haben sie schon raus. Die variable Stimme von Andy Schmidt lässt keine Wünsche offen. Wohltuend ist auch das thrashige Riffing auf ?Three Neuron Kings?, das in einer weniger trockenen und sterilen Soundumgebung noch besser zur Geltung käme. Die wenigen Produktionsschwächen seien dem Eigengewächs aber verziehen, das 90 Prozent der Overground-Produktionen locker an die Wand spielt.

Welches Label wird wohl den Wettlauf um Deutschlands heißeste Band ohne Deal gewinnen? Bis dahin gibt es ?Three Neuron Kings? bei Andy Schmidt, Erich-Zeigner-Allee 16, 04229 Leipzig für den Kurs von sechs Euro.

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