Review

Reviews 9.0

DISILLUSION

Gloria

Ausgabe: RH 234

(51:14)

Eins vorweg: Vergesst alles, was ihr bislang über DISILLUSION gehört habt! Nach „Gloria" ist nichts mehr so, wie es einmal war. Dass diese Band in ihrer Entwicklung grenzenlos voranschreitet, hat der Weg von den Demos zum Jahrzehntdebüt „Back To Times Of Splendor" gezeigt. Doch dass die Leipziger gleich mit ihrer zweiten Platte einen musikalischen Quantensprung begehen, konnte man nun wirklich nicht erwarten. Lediglich das fantastische ´Save The Past´ und ´Too Many Broken Cease Fires´ erinnern ansatzweise noch an das Debüt. Der Rest hat mit Metal kaum noch was zu tun.

Im Vergleich zu den ausufernden Kompositionen des Debüts hat man die neuen Songs zeitlich gestrafft, arbeitet viel mit elektronischen Mitteln und zeigt sich unglaublich kreativ. DISILLUSION klingen zwar nicht wie Ulver, aber die Entwicklung beider Bands ist durchaus vergleichbar. „Gloria" ist ein fiebriger Traum, ein Trip, eine seltsame, aber mit jedem Hördurchgang attraktiver werdende Reise in die musikalische Endlosigkeit. ´Don´t Go Any Further´ marschiert mit einem Samael-Touch, der Titelsong ist fast schon TripHop-artig, verführt mit Chören, sanft einsetzenden Bläsern und erinnert an Künstler wie Future Sound Of London. ´Aerophobic´ oder ´Lava´ begeistern Leute, die was mit Peeping Tom oder Dälek anfangen können. Ist das nun Mut oder kommerzieller Suizid? Mittlerweile bin ich total fasziniert von dieser Platte. Sie macht süchtig, sie fordert den Hörer - und doch hat sie im Endeffekt nur Hits geladen, so unglaublich das auch klingen mag.

Jeder quäkt heutzutage nach etwas Neuem - hier ist was Neues!

Autor:
Patrick Schmidt
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