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DIMMU BORGIR

Forces Of The Northern Light

Ausgabe: RH 361

(Nuclear Blast/Warner)
Die Popstars des Black Metal haben mit „Forces Of The Northern Light“ in logistisch und rechtlich bedingt langjähriger Arbeit einen Konzertmitschnitt zusammengestellt, der in der zu Recht viel gescholtenen Disziplin „Classic meets Metal“ Maßstäbe setzt. Hier zupfen weder ein paar Alibi-Streicher im Hintergrund, noch spielen die Klassiker und die Band aneinander vorbei. Ob und inwieweit Meister Shagrath das Ganze arrangiert hat, sei dahingestellt - die sehenswerte Begleitdokumentation räumt den studierten Leuten im Hintergrund billigerweise einen hohen Stellenwert bei der Entstehung ein -, aber das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen. Gruppe und Orchester lassen natürlich spielerisch nichts anbrennen, während Kostüme und üppige Bühnenaufbauten für den entsprechenden Augenschmaus sorgen. Das 2011er Konzert im Osloer Veranstaltungssaal Spektrum mit dem Kringkastingsorkestret (KORK) und dem Schola Cantorum Chor kann man wie den zusätzlichen Wacken-Auftritt längst auf YouTube sehen (wurde damals im norwegischen Fernsehen ausgestrahlt), nicht aber in dieser Schnittfassung und schon gar nicht mit dieser Klangqualität. Zu Hause fackeln DIMMU BORGIR ein Effektfeuerwerk ab, wohingegen im Norden Deutschlands eher gehobene Hausmannskost geboten wird. Gekalkte Visagen und nüchterne E-Musik funktionieren im Sinne von großer Unterhaltung, wie sie die theatralischen Rockbands der siebziger Jahre boten, überraschend gut, weshalb Joachim Luetkes schäbiges Artwork (allein die Stock-Schrifttype ist echt ein Zeugnis von Lieblosigkeit) den einzigen Schwachpunkt dieses Musikentertainments mit - im wahrsten Sinne des Wortes - Pauken und Trompeten markiert.

Autor:
Andreas Schiffmann

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