Review

Reviews 8.0

DESTRUCTION

Day Of Reckoning

Ausgabe: RH 286

Nuclear Blast/Warner (46:48)

Überraschend modern tönt die süddeutsche Thrash-Institution auf ihrem neuen Album - allerdings zum Glück nur in puncto Sound. Wo Kreator mit ihrer letzten Scheibe den super-authentischen Weg gegangen sind und weitestgehend live aufgenommen haben, nutzen DESTRUCTION moderne Technologien hörbar aus und tendieren damit eher Richtung Exodus. Das geht mir, vor allem was den Schlagzeug-Sound angeht, stellenweise ziemlich auf den Sack, trifft aber wohl eher die Hörgewohnheiten breiterer Fanschichten. Ich habe den Eindruck, DESTRUCTION wollen partout raus aus der Retro-Ecke. Nun ja, jedem das Seine.
Was die Songs angeht, kann ich aber nicht meckern. „Day Of Reckoning“ enthält elfmal DESTRUCTION pur - und zwar in diversen Tempovarianten. Schnelle, rabiate Geschosse wie ´The Price´, ´Hate Is My Fuel´ oder ´Sheep Of The Regime´ stehen etwas groovigeren Songs der Marke ´Armageddonizer´ oder ´The Demon Is God´ gegenüber, entfachen unterm Strich aber ein einziges, höllisches Inferno. Vom Härtegrad her liefern DESTRUCTION mit „Day Of Reckoning“ sicher eines ihrer kompromisslosesten Alben überhaupt ab, was ihnen tatsächlich neue Hörerkreise erschließen könnte. Wer die letzten Exodus-Sachen gut fand, sollte sich angesprochen fühlen.

Autor:
Götz Kühnemund

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