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DEFTONES

White Pony

Obwohl die Presse die DEFTONES seit ihrem Debüt in die Nu Metal-Schublade zu drücken versucht, hat sich die Band aus Sacramento stets standhaft gegen diese Kategorisierung gewehrt. Spätestens „White Pony" verdeutlicht, warum. Auf ihrem dritten Album verabschiedet sich die Combo nämlich endgültig vom zeitgeistgerechten Aggro-Songwriting und geht ihren eigenen Weg.

In dessen Mittelpunkt steht vor allem Chino Morenos extrem gefühlsbetonter, mitunter an Bad Brains´ H.R. erinnernder Gesang, der das Material zusammen mit der vorwiegend verträumten und nur noch selten explodierenden Gitarrenarbeit in die Emo-Core-Ecke rückt. Statt ständiger Wutausbrüche dominiert eine ruhige, schwermütige Grundstimmung, die dank der vielen vertrackten Instrumentalparts und zerbrechlichen Arrangements aber nie langweilig wird. Diese progressiven Einschübe sorgen über weite Strecken zwar für eine gewisse Sperrigkeit, aber mit ´Digital Bath´, ´RX Queen´, dem von Tools Maynard Keenan gesungenen ´Passenger´ und vor allem dem unglaublich intensiven ´Change (In The House Of Flies)´ finden sich auch vier schnell zugängliche Hits auf diesem Geniestreich, den es übrigens ebenfalls als verschiedene Limited Edition-CDs in undurchsichtigen Jewel-Cases (u.a. in rot) sowie als sehr schön aufgemachte Doppel-LP im Gatefold-Cover gibt.

Autor:
Marcus Schleutermann
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