Review

Reviews 8.0

DEFTONES

Diamond Eyes

Ausgabe: RH 276

Eigentlich sollte „Eros" das sechste Album der DEFTONES sein und Anfang 2009 erscheinen. Doch nach dem tragischen Unfall von Bassist Chi Cheng, der sich seitdem im Wachkoma befindet, entschied sich das US-Quintett gegen die Veröffentlichung des experimentell und düster wirkenden Albums und komponierte stattdessen mit Ex-Quicksand-Bassist Sergio Vega eine komplett neue, deutlich positiver anmutende Platte. Das Ergebnis hört auf den Namen „Diamond Eyes" und wurde klanglich von Nick Raskulinecz, der sich mit der Band zu Gunsten eines erdigeren und persönlicheren Sounds gegen Pro-Tools entschied, top in Szene gesetzt. Die schlechte Nachricht in Sachen Songwriting vorneweg: Das geniale „White Pony" wird die neue Langrille nicht vom DEFTONES-KIassikerthron kicken können. Gegen die Vorgänger „Saturday Night Wrist" und „Deftones" kann „Diamond Eyes" allerdings anstinken. Regelmäßig sickert die ungestüme Energie von „Around The Fur" durch und vermischt sich mit den dynamisch-verträumten Momenten des besagten Klassikers. Dazu Chino Morenos Vocals, die neben dem altbekannten Wechsel aus sanft gehauchten Silben und wütenden Kreisch-Attacken mit überraschend starken Melodielinien in neue Territorien vorstoßen. Die ersten zwei Drittel des Albums punkten offensichtlich mit den Singles ´Diamond Eyes´ und ´Rocket Skates´ sowie ´Royal´ und ´Beauty School´. Die eigentliche Entdeckungsreise beginnt allerdings erst im letzten Drittel, wenn der Sacramento-Fünfer in verträumtere, mal Wave-angehauchte (´Sex-Tape´), mal progressivere (´976-Evil´) Gefilde einlädt.

Autor:
Conny Schiffbauer
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos