Review

Reviews 8.5

DEFTONES

Deftones

Ausgabe: RH 194

(47:14)

Bisher haben sich die DEFTONES von Album zu Album stets stark weiterentwickelt. Auf das ungestüme Aggro-Debüt "Adrenaline" folgte die top-produzierte, verhältnismäßig songorientierte "Around The Fur"-Scheibe, die wiederum vom gewagten, zerbrechlichen Meisterwerk "White Poy" beerbt wurde. Das vierte, erneut von Terry Date erstklassig produzierte Album bringt nun keinen weiteren drastischen Schritt, sondern fasst vielmehr das bisherige Schaffen zusammen und trägt daher konsequenterweise den schlichten Titel "Deftones". Analog zu ihrer Entwicklung deckt die Band ihr mittlerweile beeindruckend großes Spektrum vom rohen ´Bloody Cape´ und dem bitterbösen ´Battle-Axe´ über anspruchsvolle Alternative-Hits wie ´Minerva´ und ´Needles And Pins´ bis hin zur dramatischen Halbballade mit Ennio-Morricone-Flair (´Deathblow´) und experimentellen Klangwelten (´Lucky You´) umfassend ab. Stellvertretend für alle fünf Musiker verkörpert Chino Moreno mit seinem Gesang und seinen recht abstrakten Texten über die Liebe dermaßen viel Leidenschaft und Authentizität, dass man nur den Hut ziehen kann.

Diese Band geht mit viel positivem Eigensinn ihren Weg abseits aller Trends und verdient Respekt. Wer für die DEFTONES immer noch die Nu-Metal-Schublade bemüht, gehört mit 4Lyn-Beschallung nicht unter einer Woche bestraft.

Autor:
Marcus Schleutermann
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