Review

Reviews 8.5

DEF LEPPARD

Euphoria

Ausgabe: RH 146

Schon der Titel des mittlerweile neunten DEF LEPPARD-Albums macht klar, daß sich die Band auf ihre erfolgreiche Vergangenheit besonnen hat. Als Vorbilder für diese Scheibe gelten - wie der Name schon nahelegt - die Millionenseller "Pyromania" und vor allem "Hysteria", Alben, mit denen die Engländer ihren ureigenen Pop-Rock-Stil definierten. Die etwas alternativere Ausrichtung des letzten Studioalbums "Slang" ist passé - stattdessen hat sich die Band auf ihre Stärken besonnen, was sich schon beim Opener 'Demolition Man' (mit dem ehemaligen Formel 1-Weltmeister Damon Hill als Gastklampfer) (fast schon Grund genug, die Scheibe zu boykottieren - bk) bestätigt: So aggressiv haben Leppard schon seit Jahren nicht mehr geklungen. Sicher, es gibt sie wieder, die Midtempo-Songs und Balladen, die kaum jemand so packend in Szene setzen kann wie Joe Elliot und Co., aber was an "Euphoria" fasziniert, sind die Nummern, die nicht so recht in die bisherige Erfolgsformel des Quintetts aus Sheffield passen wollen. Als da wären: das mit Prince-Einflüssen gespickte 'All Night', das dramatische und über eine brillante Hookline verfügende 'Paper Sun' und das flotte Instrumental 'Disintegrate', das vom Grundriff her deutlich an 'Switch 625' von der "High & Dry"-Scheibe erinnert. Alles bestens also? Ich würde sagen ja, denn Ausflüge in die Welt des Alternative Rock hin oder her, ihre volle Stärke entfalten DEF LEPPARD erst, wenn sie auf den Sound zurückgreifen, mit dem sie Tausende von Nachwuchsbands beeinflußt haben - und das ist auf "Euphoria" der Fall. Mit ein wenig Phantasie lassen sich ein halbes Dutzend potentieller Hitsingles auf diesem Album ausmachen, was beweist, daß die Combo wieder auf dem richtigen Weg ist. Es gibt nun mal keine andere Band in der Szene, die es so eindrucksvoll versteht, exzellente Rock-Songs ohne übermäßiges Pathos auf die Hörerschaft loszulassen. (Nein? Mir fallen mindestens 200 ein! - gk) Die potentielle Zielgruppe weiß eh Bescheid, allen anderen sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt, wischt es doch den Großteil der Jahr für Jahr erscheinenden Melodic-Rock-Releases locker vom Tisch. Welcome back!

Autor:
Thomas Kupfer
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