Review

Reviews 7.0

DEF LEPPARD

Def Leppard

Ausgabe: RH 342

Earmusic/Edel (54:25)
Darf man das neue Album einer Band wie DEF LEPPARD, die während der kompletten achtziger und in den frühen neunziger Jahren musikalisch quasi unangreifbar war, als Rezensent eigentlich „nur so ´n bisschen besser als mittelmäßig“ finden? Vermutlich nicht. „Verbrennt den Ketzer auf dem Scheiterhaufen!“, höre ich die Heerschar der enttäuschten Fans schon hysterisch kreischen, während ich diese Zeilen tippe. Und in gewisser Hinsicht ist´s ja auch verständlich, schließlich haben die Exil-Briten erst kürzlich noch im Rahmen von einigen absolut großartigen Europa-Shows gezeigt, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Aber: Die Setlist bestand auch da nun mal zu 90 Prozent aus Songs, die inzwischen drei Jahrzehnte und mehr auf dem Buckel haben. „Def Leppard“ ist das elfte Studioalbum einer Band, die seit jeher in den Vereinigten Staaten mehr Erfolg als in der Alten Welt hat. Dass die Herrschaften Europa deswegen seit Jahren eher selten bereisen, ist eine Sache, aber eine Platte in Sound und Songwriting so dermaßen an den Mainstream anzubiedern, ist nicht nur enttäuschend, sondern auch Verrat am eigenen Lebenswerk. Man muss es leider ganz klar sagen: Auf „Def Leppard“ herrscht eine Beliebigkeit vor, die ich dieser Truppe nie im Leben zugetraut hätte. Das Einzige, was das Album vor dem Bewertungsabsturz in Sechser-Regionen bewahrt, ist die Tatsache, dass sich auf der zweiten Hälfte der Scheibe immerhin noch ein paar brauchbare Songs verstecken. Von einer lebenden Legende, die im Laufe ihres Bestehens für unsterbliche Klassikeralben wie „Pyromania“, „Hysteria“, „Adrenalize“ und „High´n´Dry", verantwortlich gezeichnet hat, darf man freilich mehr erwarten - und das gilt umso mehr, wenn sich die Herrschaften zwischen zwei Alben eine Veröffentlichungspause von schlappen sieben Jährchen gönnen. Zeit für die (Studio-)Rente? Scheinbar schon.

Autor:
Jens Peters
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