Review

Reviews 7.0

DEEP PURPLE

The Battle Rages On

Ausgabe: RH 75

Wie man die eigene Legende Stück für Stück selbst demontiert, haben DEEP PURPLE in den letzten Jahren bilderbuchmäßig auf den Punkt gebracht. Neben den vor allem durch Ritchie Blackmores fürchterlich gelangweilte Live-Performances in den Entertainment-Keller gerutschten Tourneen sorgte nicht zuletzt das Poprock-Album "Slaves And Masters" mit Joe Lynn Turner am Mic für den absoluten Image-Tiefpunkt in der Karriere des zumindest für meinen Geschmack einstmals größten und vielseitigsten Heavy-Acts aller Zeiten. Auch der neueste Versuch, die Scherben der 80er/90er-Ära zusammenzukitten, dürfte wohl kaum gelingen. Zwar setzen die älteren Herrschaften gekonnt auf das Soundfeeling der Comeback-Alben 'Perfect Strangers" und "The House Of Blue Light", aber selbst das Songwriting-Niveau der von vielen alten Fans links liegengelassenen BlaulichtScheibe (in meinen Augen ein starker Release) wird auf "The Battle Rages On" nur selten erreicht. Auch der Wiedereinstieg von Ian Gillan, dessen charismatische Vocals wie zu allen Zeiten Klasse repräsentieren, hat nicht verhindern können, daß DEEP PURPLE vor allem in puncto Songwriting über weite Strecken arg lasch wirken. Man kann zwar nicht behaupten, daß irgendein Track auf "Battle..." wirklich schwach ist, dafür steckt hinter dem Songmaterial denn doch zuviel Können und Erfahrung. Aber die einzige echte Ausnahme von der drögen Regel ist der Titeltrack, mit dem Lord, Paice & Co. noch einmal beweisen, daß sie sich auch in den Neunzigern noch erstklassigen Stoff aus dem Ärmel schütteln können: 'The Battle Rages On' ist eine melodisch ansprechende und mit unverbraucht wirkenden, intelligenten Breakpassagen durchsetzte Nummer, die für Die-hard-Supporter und "Perfect Strangers"-Besitzer gleichermaßen zum Klassiker avancieren dürfte. Mir persönlich sind allerdings nur drei weitere Tracks aufgefallen, die den allgemeinen Frust über dieses Album ein wenig lindern könnten: 'Anya', 'Time To Kill' und 'One Man's Meat'. Es ist aber auch nicht auszuschließen, daß das eine oder andere Nümmerchen noch seine Liebhaber finden wird. Hört also einfach mal rein.

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