Review

Reviews 7.0

DEATH SS

Resurrection

Ausgabe: RH 314

Scarlet/Soulfood (59:30)

Es ist nicht die erste Wiederauferstehung der 1977 gegründeten italienischen Schock-Rock/Metal-Zombies. Sieben Jahre nutzte Namenspatron Steve Sylvester seit „The 7th Seal“ zum Verlustieren in anderen Projekten und dem Schreiben der von Frank geforderten besseren Hooks. Geblieben ist die Stilmischung aus den Ursprüngen und der Elektro/Industrial-Phase: ´Revived´ klingt direkt als Auftakt nach den Großvätern der unsäglichen Deathstars, ´Santa Muerte´ flirtet mit Rob Zombie, ´The Crimson Shrine´ und ´Star In Sight´ verkörpern poppigen Dark Metal und Gothic-Edelkitsch mit Co-Sängerin im Stil der Spätneunziger-Produktionen aus dem Woodhouse-Studio. ´Dionysus´ rockt bei ähnlicher Ausrichtung konservativ, beinahe radiofreundlich zwischen Lordi und Nightwish-Gesäusel, ´The Devil´s Graal´ trägt als Düsterhalbballade schwarze Spitze. ´The Darkest Night´ von der gleichnamigen 2012er EP setzt auf Loops und steht damit in starkem Kontrast zum tonnenschweren Grusel-Doom von ´Ogre´s Lullaby´ oder dem fröhlichen Rocker ´Bad Luck´ am Albumende.

„Resurrection“ ist keine Offenbarung, aber besser als der Vorgänger.

3 Fragen an DEATH SS-Sänger Steve Sylvester:

Steve, heute liefern DEATH SS Erkennungsmelodien für TV-Serien und Kinofilme, feiern große Jubiläen und headlinen Festivals in Italien. Sehnst du dich danach, wieder als gefährlich wahrgenommen zu werden?

»Tatsächlich bin ich keine riesige Berühmtheit. Ich bin immer gradlinig meinen Weg gegangen und habe in meiner Musik und Kunst immer meinen Willen verfolgt. Es hat eben sehr lange gedauert, bis diese Arbeit Beachtung fand. Konventionelle Denker halten mich weiterhin für gefährlich, und wir sind immer noch nicht die Band, die sie in ihrer Kirche auftreten ließen. Im Gegenteil: DEATH SS sind zurück, böser und verstörender denn je. Vielleicht ist die Masse Horror mehr gewohnt, aber wir haben immer noch Probleme, ein genreübergreifendes Publikum zu finden, obwohl unser künstlerischer Wert langsam erkannt wird.«

Wurden die modernen Arrangements und Sounds der letzten Alben auch intern kontrovers diskutiert?

»Wir kreieren Horror-Musik und sind keine Verteidiger des „wahren Heavy Metal“. Beim Komponieren denke ich nur an das Gefühl, das ein Song kommunizieren soll, und nicht daran, auf welchen Instrumenten er arrangiert werden muss. In unserer Evolution ist nichts vorherbestimmt. Wir bewegen uns vorwärts, möglichst ohne unsere Vergangenheit zu wiederholen. Zudem denke ich, dass wir kaum die vieldiskutierte Elektronik eingesetzt haben. DEATH SS waren immer eine Rockband, und ich sehe nichts Verwerfliches in einigen Samples. Wer das nicht mag, soll sich abregen. Wir werden weiter die Musik spielen, die uns vorschwebt.«

War die Band nach „The 7th Seal“ und dem 30. Jubiläum aufgelöst?

»Ich nahm eine terminlich nicht festgelegte Auszeit und gründete Sancta Sanctorum und Opus Dei; Letztere mussten sich wegen der Beschwerde einer christlichen Gemeinschaft in W.O.G.U.E. umbenennen. Ich schrieb die Autobiografie von mir und der Band und trat als Soundtrack-Komponist und Schauspieler in Erscheinung. Aber DEATH SS wurden nie gestoppt. Wir sahen uns regelmäßig und komponierten gemeinsam.« (btj)

Autor:
Björn Thorsten Jaschinski
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