Review

Reviews 9
Classic Rock Hard Rock

DEAD LORD

Surrender

Label: Century Media/Sony
Dauer: 41:14
Erscheinungsdatum: 04.09.2020
Ausgabe: RH 399

The headless children (respektive men): Das Magritte-artige Artwork hätte besser zum tendenziell unkonzentrierten Vorgänger „In Ignorance We Trust“ von 2017 gepasst, denn „Surrender“ klingt beileibe nicht nach (erzwungener) Kapitulation oder Implosion, sondern platziert DEAD LORD - ich hätte wirklich nicht damit gerechnet - wieder an der absoluten Classic-Rock-Spitze, vielleicht weil man blödsinniges „Freischwimmen“ unterlässt, sondern stattdessen selbst akzeptiert, schlicht und einfach als die Lizzy des „neuen“ Jahrtausends zu fungieren (als wäre das nicht Aufgabe genug!). Ohne Schmarren: Die nahezu perfekte A-Seite vom Opener 'Distance Over Time' (der auch im Lynott'schen Schaffen ein Highlight wäre) über das wunderbar akzentuierte 'Letter From Allen St.' bis zum poppigen 'Waiting For An Alibi'/'Dancing In The Moonlight'-Generikum 'Messin' Up' knüpft (mindestens!) nahtlos am '15er „Heads Held High“, nein: eigentlich sogar am '13er Fabel-Debüt „Goodbye Repentance“ an und evoziert damit auch noch mal die damalige Blüte einer neuen, jungen Hardrock- und Metal-Szene, deren Protagonisten, außer Ghost und vielleicht Blues Pills, leider nie der verdiente große Erfolg zuteilgeworden ist. Kongenial und warm produziert wurde „Surrender“ von Kollege und Super-Gitarrist Robert Pehrsson, dessen selbstbetiteltes Robert-Pehrsson's-Humbucker-Album, auch von '13, eine weitere im Mainstream unentdeckte Perle darstellt - kein Zufall, sondern eine maximal sinnvolle Kombination. Oder eine Art Kreis, der sich schließt.

Autor:
Boris Kaiser
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