Review

Reviews 8.0

DAVID COVERDALE

Into The Light

Ausgabe: RH 161

Vor drei Jahren lief das offizielle Whitesnake-Abschiedsalbum "Restless Heart" vom Stapel. Meister Coverdale hat sich allerdings keineswegs zum Hängemattenschaukeln auf seinen Altersruhesitz am Lake Tahoe zurückgezogen, sondern lebt sein Musikerdasein und seine kompositorische Linie nach wie vor konsequent aus. Ähnlich konsequent zieht er auch seine Entscheidung durch, nicht länger auf einem Bandnamen herumzureiten, hinter dem schon zu "1987"-Zeiten nicht mehr die legendäre Anfangsformation mit der perfekten Rhythm'n'Blues'n'Krachkeks-Formel stand, sondern eine Zusammenstellung aus Könnern mit unterschiedlichen (Business-)Interessen und eigenen Fanclubs. "Into The Light" ist ein Eckchen relaxter ausgefallen als seinerzeit "Restless Heart" und schiebt einem für meinen Geschmack die weit besseren Würmchen ins Ohr. Man merkt der Scheibe förmlich an, dass Dave den Druck, etwas beweisen zu müssen, scheinbar endgültig losgeworden ist. Daher kommt das aktuelle Werk viel eher an den Anspruch heran, mit dem seinerzeit "Restless Heart" beworben wurde: einen Querschnitt aus den Vibes sämtlicher Whitesnake-Hochzeiten zu liefern. Der Midtempo-Bombast von 'She Give Me...' hätte so manchem Track von "Slip Of The Tongue" mächtig Konkurrenz machen können, 'Living On Love' wurde im Stil von 'Ain't Gonna Cry No More' in Szene gesetzt (mit Micky Moody-würdigen Slide-Guitar-Tönen), und Nummern wie 'Cry For Love' würden auch zwischen dem Material von "Slide It In" bestens zur Geltung kommen. Dazu kommt Daves Vorliebe für mal bluesige, mal monumentale Balladen und seine gewohnt plastisch formulierten Herzschmerz-Reime. Abgesehen von der etwas dröseligen Outro-Nummer 'Wherever You May Go' ein zeitlos schönes Album, das man seinem Dealer bedenkenlos aus der Hand reißen darf.

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