Review

Reviews 9.0

DARK FORTRESS

Eidolon

Ausgabe: RH 250

(52:17)

Das „Spieglein, Spieglein an der Wand" dient nicht dem Corpsepaint-Auflegen vor Konzerten, sondern als Tor in fremde Welten. Mit Ursänger Azathoth, der die Landshuter Black-Metal-Festung inmitten der Arbeiten am fünften Album verlassen hat, verschwand auch das fertige Textkonzept „Scum". So konnte Neusänger Morean mit dem dreiteiligen „Eidolon"-Zyklus über Spiegelmagie noch als Lyriker am kreativen Prozess teilhaben. Der entmenschlichte Untertongesang des studierten klassischen Komponisten greift Atilla Csihars Experimente vom Mayhem-Debütwerk auf. „Séance", das minimalistische Vorgängeralbum, wirkte sperrig, „Eidolon" dagegen ist reichhaltig - variabel im Tempo, sparsam nur in der Dosierung des Keyboards, das einzig ´No Longer Human’ (Schweden-Vibes!) dominiert.

Zudem ist „Eidolon" aufgrund der vermehrten Arbeit mit traditionellen Refrains zugänglicher. ´The Silver Gate´ baut auf einen ausformulierten Chorus, ´The Unflesh´ reicht eine einzige markante Zeile. Zum einzigen Ausreißer ´Edge Of Night´ wurde in einer Kirche ein Videoclip gedreht. Noch bevor Gitarrist und Produzent V. Santura den Ikonen Celtic Frost letztes Jahr als Tourmusiker aushalf, hatte Tom G. Fischer als Gastsänger zugesagt. Resultat: ein diabolischer ´Baphomet´, der im gleichnamigen Titel naive Sexualmagier verlacht. Uhhh!

Autor:
Björn Thorsten Jaschinski
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