Review

Reviews 9.0

CULT OF LUNA

Eternal Kingdom

Ausgabe: RH 255

(61:00)

Die schwedischen Postcore-Könige und wohl aussichtsreichsten Anwärter auf das Erbe des Neurosis-Throns, CULT OF LUNA, nähern sich dem Grauen auf ihrem fünften Album äußerst subtil. Vorsichtig, fast schon mit stoischer Ruhe und Gelassenheit tasten sich die acht Helden unter der Oberfläche voran, immer darauf bedacht, Atmosphäre und Stimmung ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Die Grenze zwischen ruhigen Postrock-Momenten und aufschäumenden Doomcore-Eruptionen verschwindet zusehends, die fiesen, überfallartigen Auswürfe kommen quasi auf leisen Sohlen daher, weil der Sound immer mehr fließt. Genrefremde Instrumente wie Bläser oder aber diverse Soundexperimente stärken das Gesamtbild, statt es zu zerreißen. Wenn CULT OF LUNA wie im abschließenden Epos ´Following Betulas´ sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten dem Klimax entgegendröhnen, fühlt sich das an, als würde man in einem fehlgeleiteten Spaceshuttle sitzend direkt in die Sonne katapultiert. Nach der Explosion ist nichts mehr da, nur noch absolute Stille und Dunkelheit.

Um mit dem Albumtitel zu sprechen: Diese Band hat ihr Königreich längst gefunden, wahrscheinlich auf immer und ewig. Essenziell.

Autor:
Patrick Schmidt
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