Review

Reviews 7.5
Alternative Rotzrock

COREY TAYLOR

CMFT

Label: Roadrunner/Warner
Dauer: 47:46
Erscheinungsdatum: 02.10.2020
Ausgabe: RH 400

Schon seit über zehn Jahren bringt COREY TAYLOR immer wieder ein Soloalbum ins Gespräch. Mit „CMFT“ löst er sein Versprechen endlich ein. Im Jahr 2009 beschrieb der Slipknot- und Stone-Sour-Fronter das zum damaligen Zeitpunkt komponierte Material als Mischung aus Foo Fighters, Johnny Cash und Social Distortion. Einiges davon hat es offensichtlich aufs Album geschafft, was schon der Opener ´HWY 666´ zeigt, der in ähnlicher Form auch von Ricky Warwick stammen könnte. Im Anschluss bietet Taylor ein buntes Potpourri an Stilen, hat aber nur wenige originelle Aha-Momente im Programm. ´Black Eyes Blue´ latscht auf ausgetretenen Bubblegum-Poprock-Pfaden, während die Grunge-Szene bei ´Silverfish´ gestreift wird. ´Kansas´ orientiert sich am amerikanischen College Rock, wohingegen in ´CMFT Must Be Stopped´ ein Crossover-Battle mit den Rappern Tech N9ne und Kid Bookie angezettelt wird. Viele Songs sind solide in Szene gesetzt, verbleiben im Vergleich zu Taylors bisherigen Karrierehöhepunkten aber etwas blass. Die Punkrock-Abfahrten ´Meine Lux´ (sic!) und ´European Tour Bus Bathroom Song´ reißen noch am meisten mit, während ´Culture Head´ interessante Groove-Akzente setzt. Anderen Liedern wie ´Halfway Down´ und ´Everybody Dies On My Birthday´ fehlt es hingegen an einer deutlichen Trennschärfe zu Stone Sour (was auch daran liegen könnte, dass es mit Gitarrist Christian Martucci und Produzent Jay Ruston personelle Überschneidungen zwischen beiden Projekten gibt). Taylor hat 2019 verlauten lassen, dass er sich vorstellen könnte, irgendwann ein dunkles Jazz-Album aufzunehmen. Das fände ich persönlich spannender als eine Fortführung des „CMFT“-Materials.

Autor:
Ronny Bittner
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