Review

Reviews 9
Heavy Metal

CIRITH UNGOL

Forever Black

Label: Metal Blade/Sony
Dauer: 39:06
Erscheinungsdatum: 24.04.2020
Ausgabe: RH 396

Eine der dringendsten Fragen, die sich im Vorfeld des sehnsüchtig erwarteten Comeback-Albums von CIRITH UNGOL stellten, lautete: Würden es die ungekrönten Kauz-Metal-Könige wirklich schaffen, das fast unmenschlich hohe Niveau der „Witch's Game“-Maxi zu halten? Die unkomplizierte Antwort auf diese Frage lautet: ja. „Forever Black“ steht den vorangegangenen vier Alben der Band in nichts nach. Aber die Realität ist ja oftmals ein wenig komplexer. In der Art der selbstreflexiven Herangehensweise erinnern die neun neuen Kompositionen ein wenig an Judas Priests „Firepower“. Will sagen, auch CIRITH UNGOL haben sich ihren eigenen Backkatalog wirklich sehr genau angehört. Und dabei das Kunststück fertig gebracht, tatsächlich all ihre Stärken herauszufiltern. Auf der Metaebene heißt das allerdings im Rückschluss, dass „Forever Black“ so ein wenig die ganz großen Überraschungsmomente fehlen.

Aber natürlich kann man das fantastische Material fernab pseudointellektueller Gedankenexperimente auch einfach nur genießen: 'Legions Arise' ist der ultimative Nachfolger von 'Join The Legion', die düstere Ballade 'Stormbringer' spiegelt ein wenig 'Chaos Rising', und einigermaßen vertrackte Stücke wie 'The Frost Monstreme' oder 'The Fire Divine' verweisen auf den stilistisch sehr offenen kompositorischen Ansatz der Band in ihrer Frühphase. Die Qualität des dargebotenen Materials wird sowohl die Legionen alter CIRITH-UNGOL-Fanatiker befriedigen als auch neue Hörerschichten zu binden in der Lage sein, die durch den aktuellen „Underground-Hype“ um die Band hellhörig geworden sind. Es gibt also doch noch Gerechtigkeit auf dieser Welt!

Dennoch schließt diese Kurzabhandlung so, wie sie begonnen hat, mit einer Frage: Haben CIRITH UNGOL zukünftig doch noch das Potenzial für ein (weiteres) Zehn-Punkte-Album? Denn trotz aller Euphorie: „Forever Black“ erfüllt diesen Qualitätsstandard nicht ganz. Dafür fehlt dem ohne Frage absolut herausragenden Album diese kleine Nuance an Erfindergeist, Unbekümmertheit und letzter Konsequenz. Aber das kann man eben auch nicht erzwingen.

Autor:
Matthias Mader
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