Review

Reviews 8.5

CHILDREN OF BODOM

Hate Crew Deathroll

Ausgabe: RH 191

(39:56)

Wenn Chefglatze Götz K. ins Schwärmen gerät, bin ich anfangs immer ein wenig skeptisch. Dafür sind unserem Herrn und Meister in der Vergangenheit einfach zu häufig die Gäule durchgegangen. Remember "The X-Factor" von Maiden oder den Judas-Priest-Flop "Jugulator"! Im Falle des neuen CHILDREN OF BODOM-Albums "Hate Crew Deathroll" hat unser Herr und Meister im Studioreport der letzten Ausgabe den Nagel allerdings exakt auf den Kopf getroffen: Die Finnen verbinden auf ihrem vierten Langeisen in der Tat die Brutalität von Slayer mit der Virtuosität und Musikalität von Acts wie Stratovarius oder Rainbow. Wohl dem, der Ausnahmemucker wie Randy-Rhoads-/Ritchie-Blackmore-Jünger Alexi Laiho (g./v.) und Tasten-Crack Janne Warman in seinen Reihen weiß, die dem Sound in der Schnittmenge zwischen Death-, Power-, Bombast- und Classic Metal ganz entscheidend ihren Stempel aufdrücken. Dabei wird Hauptsongwriter Laiho nicht nur seinem Ruf als glänzender Musiker, sondern auch als weit überdurchschnittlich talentierter Komponist und Arrangeur gerecht. Dementsprechend smooth flutschen die Highlights der Scheibe wie der zeitgemäße Opener ´Needled 24/7´, die erste Singleauskopplung ´You´re Better Off Dead´ oder die düstere Slo-Mo-Hymne ´Angels Don´t Kill´ schon nach einigen wenigen Kostproben durch die Gehörgänge.

Selbst wenn mir stilistisch vergleichbare Werke wie Soilworks letztes Opus "Natural Born Chaos" oder "Reroute To Remain" von In Flames noch einen Tick besser gefallen, hat der erfreulich abwechslungsreiche, von Anssi Kippo fett produzierte neue Longplayer der Bodom-Kids das Format zum Klassiker. Dass sich an den gewöhnungsbedürftigen, heiser bis derben Vocals von Master Alexi wie üblich die Geister scheiden werden, liegt in der Natur der Sache bzw. des Genres.

Autor:
Buffo Schnädelbach

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