Review

Reviews 8.0

CASANOVA

Casanova

Ausgabe: RH 50

Wie so oft - ein unbekannter Bandname, aber bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Musiker der Gruppe als alte Bekannte. Drummer Michael Eurich trommelte früher bei Warlock, Sänger und Gitarrist Michael Voss war bei Mad Max und Bonfire tätig, Basser Jürgen Attig bearbeitete u.a. bei den Rainbirds die vier Saiten, und Gitarrist Stephan Neumeier machte sich als Sessionmusiker und "Mosh"-Moderator einen Namen. Wie dem auch sei - so zusammengewürfelt und wirr sich diese Auflistung auch anhört, die Band klingt tight, man hat bei jeder Nummer das Gefühl, daß hier echte Vollblutmusiker am Werke sind, die es wissen wollen. Selbstbeweihräucherung, sprich musikalische Egotrips sind bei CASANOVA nicht angesagt. Geschlossenheit wird großgeschrieben, wie sich an dem Album unschwer feststellen läßt. Melodiösen Hardrock amerikanischer Prägung hat man sich auf die Fahnen geschrieben, vergißt bei aller Liebe für ausgeprägte Vocallines und eingängige Refrains jedoch nicht, die Gitarrenarbeit aggressiv zu gestalten und die Drums wuchtig grooven zu lassen. 'Don't Talk About Love', der Opener des Albums, steht exemplarisch für den Rest des Materials - super Gesang, ein Drumsound, der ordentlich "ass kickt", und eine ausgefeilte Gitarrenarbeit dominieren. Auf die einzelnen Tracks gesondert einzugehen, würde wohl den vorgesehenen Rahmen bei weitem sprengen, hervorgehoben werden sollten jedoch auf jeden Fall die schöne Ballade 'Heaven Can Wait', die Midtempo-Nummer 'Love Lies' und das speedige 'The Girl Is Mine', denn bei diesen Stücken präsentiert das Quartett auf eindrucksvolle Art und Weise sein gesamtes musikalisches Spektrum. Auch wenn's Albrecht nicht wahrhaben mag - CASANOVA sind keinen Deut schlechter als die allerorts hochgelobten Pink Cream 69. Acht fette Punkte.

Autor:
Thomas Kupfer
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