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CARCASS

Necroticism: Descanting The Insalubrious

Einen derartigen Quantensprung in Sachen Qualität hatte wohl niemand CARCASS zugetraut. Hackten die Engländer doch zuvor zwei Alben lang („Reek Of Putrefaction“, „Symphonies Of Sickness“) brutalsten, schnellsten und widerlichsten Grind-Noise-Core - noch heftiger als frühe Napalm Death oder Extreme Noise Terror. CARCASS waren totaler Underground; sowohl die Musik als auch die pathologischen Texte stießen bei gemäßigteren Metallern und großen Zeitschriften auf Ablehnung.

Als aber 1990 Michael Amott als zweiter Gitarrist zur Band stieß, änderte sich der Sound der Engländer. Aus purer Geschwindigkeit wurde rifflastige Härte, aus Chaos wurde schräge Genialität, aus Grind wurde eine unverwechselbare Form des Metal, und CARCASS wuchsen zum Markenzeichen - ähnlich wie Voivod.

„Necroticism...“ ist das stärkste Werk der Brutalcombo, denn es verknüpft die grindig-radikale Basis der Musiker mit Anspruch, Niveau und Finesse. Es gibt kein einziges weiteres Album, das an diese ´91er Glanztat erinnert.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
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