Review

Reviews 8.0

CALIBAN

Say Hello To Tragedy

Ausgabe: RH 268

(50:02)

Neues Label, neues Glück, neuer Sound. Natürlich wuchern CALIBAN auf Album Nummer sieben (!) nach wie vor mit ihren bekannten Pfunden, der nächste Schritt in eine offenere Zukunft ist aber gemacht: Alles kann, nichts muss. Wenn die, nun gut, Metalcoreler mit Cynic-mäßigen „Roboter"-Vocals experimentieren (´24 Years´, ´Unleash Your Voice´), noch mehr Melodie als jemals zuvor wagen (´Walk Like The Dead´, ´Caliban´s Revenge´), auf die Hilfe von Soundeffekten und Keyboards vertrauen (´No One Is Safe´, ´Liar´), mit Postcore liebäugeln (´In The Name Of Progression´) oder sich gar in zurückhaltend atmosphärische Regionen aufmachen (´All I Gave´), ist das vielleicht auch der Versuch, seine Musik bewusst zukunftsfähig, ja: nachhaltig zu gestalten. In erster Linie ist es aber vor allem abgelegtes Zeugnis einer gereiften Band, die unangestrengt beweist, dass sie ihr Songwriting wie nur ganz wenige Konkurrenten beherrscht.

Auch wenn es so manchem Betonkopf zuwiderläuft, auch wenn man es schon des Öfteren losgeworden ist: Wer diese harte, energetische, selbstbewusst zu Werke gehende Ruhrpott-Zusammenrottung immer noch als „schwule" Emo-Truppe verunglimpft, hat echt den Schuss nicht mehr gehört. Womit gilt: anchecken statt nachplappern!

Autor:
Boris Kaiser
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