Review

Reviews 8.5

CALIBAN

Ghost Empire

Ausgabe: RH 321

Century Media/Universal (48:14)

Wo andere Metalcore-Bands kontinuierlich auf der Stelle treten, versucht Deutschlands bekanntester und erfolgreichster Genrevertreter CALIBAN, sich mit jeder Scheibe ein Stückchen weit neu auszurichten bzw. zu erfinden. So auch auf dem neunten Studioalbum in 17 Jahren, „Ghost Empire", das besonders in puncto Vocals überrascht, weil die Combo aus dem Ruhrpott erstmals verstärkt auf epischen Klargesang setzt, wie man ihn z.B. von Killswitch Engage kennt und liebt - oder hasst. Dabei überzeugen Frontsau Andy Dörner und - im geringeren Ausmaße - Gitarrist Denis Schmidt nicht nur als Sänger, sondern auch mit etlichen eingängigen Refrains der Extraklasse (u.a. in ´Devil´s Night´, ´Cries And Whispers´, dem deutschsprachigen ´Nebel´ mit Basti von Callejon als Gastsänger, ´My Vertigo´ und der Bombastcore-Hymne schlechthin, ´I Am Rebellion´), wie man sie hierzulande noch nie gehört hat. Bevor Genre-Puristen sich mit Grauen abwenden oder Verrat schreien, sei erwähnt, dass CALIBAN allen wohlfeilen Melodien zum Trotz die Schwarte mächtig krachen lassen und die Produktion von Gitarrist Marc Görtz und Benny Richter (u.a. Emil Bulls, Deadlock) - der Klampfensound erinnert manchmal entfernt an alte Pantera-Sternstunden - einmal mehr über jeden Zweifel erhaben ist. Für mich ist „Ghost Empire" der erste Höhepunkt des noch jungen Jahres.

Autor:
Buffo Schnädelbach
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