Review

Reviews 7.0
Modern Metal Hardcore

BRING ME THE HORIZON

Post Human: Survival Horror

Label: Sony
Dauer: 31:12
Erscheinungsdatum: 21.09.2020
Ausgabe: RH 403

„Please remain calm / the end has arrived“. Es schwingt ein fatalistischer Humor mit auf diesem Minialbum, dem es trotz seiner knackigen Kürze gelingt, eine Dramaturgie aufzubauen. Ein erfrischend harter Einstieg mit der Besinnung auf alte Werte eröffnet ein apokalyptisches Drama in neun Akten, in dem die Band keinerlei Skrupel hat, Akt für Akt ihre Blaupausen durchscheinen zu lassen - offensiv und neonfarben. Auf ´Obey´ ist zwar Yungblud zu Gast, doch angesichts des lupenreinen Slipknot-Gefühls hätte es Corey Taylor sogar besser getan. ´Teardrops´ ist ein weiteres dieser unzähligen Stücke aus dem modernen Pop-Metal-Geschäft, die deutlich machen, was für ein Wurzelballen Linkin Parks „Hybrid Theory“ gewesen ist, wenn aus ihm immer und immer wieder neue Triebe wachsen. Interessanter zeigt sich da schon die Kooperation mit Babymetal in ´Kingslayer´, denn hier stehen für den kernigen, hart bouncenden Klang im Grunde The Prodigy bewusst oder unbewusst Pate. Die Platte ist spielfreudig, übermütig und voller Galgenhumor. Sie unterhält gut, doch bewegt dabei nicht die Bohne - bis am Ende eine ätherische Ballade mit Amy Lee das ganze Getöse erstaunlich gelungen vollendet, da sie in ihrem ganzen, düsteren Pathos nicht im Geringsten nach Evanescence, sondern tatsächlich nach den Eurythmics klingt. Wer hätte das gedacht?

Autor:
Oliver Uschmann

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