Review

Reviews 9.0

BODY COUNT

Violent Demise

Ausgabe: RH 118

Nach dem erschreckend schwachen Zweitwerk "Born Dead" hatte ich BODY COUNT schon als One-off abgeschrieben, doch Ice-T und seine Jungs belehren mich eines Besseren und toppen mit "Violent Demise" sogar noch das wahrlich nicht schlechte Debüt. An dessen legendäres 'Cop Killer'-Intro erinnert gleich zu Beginn das kultige 'Interview', in dem Ice-T einen Journalisten abknallt, der es wagt, Kritik zu äußern. Entsprechend derb geht es musikalisch weiter: 'My Way', 'Strippers', 'Violent Demise', 'I Used To Love Her', 'Dead Man Walking' und 'Do You Know Who Your Fuckin With?' sind heavy as shit und erinnern stellenweise an Biohazard zu "Urban Discipline"-Zeiten. Das liegt nicht nur an den Killer-Riffs, die Ernie C raushaut (seine Soli sind dagegen leider immer noch lausig), sondern vor allem an Ice-T, der weniger rappt und dafür mehr shoutet. Dadurch eignen sich die Songs prima zum Mitgrölen, zumal einem Lyrics wie "I want my dick sucked" locker von der Zunge (ähem...) gehen. Derlei Macho-Sprüche, für die Ice-T der Mund mit Seife ausgewaschen gehört, hat er zuhauf am Start, doch neben jeder Menge Songs über Sex - u.a. mit überzeugender Stöhneinlage bei der S&M-Nummer 'Bring It To Pain' - widmet er sich durchaus auch ernsthaften Themen wie z.B. der Sterbehilfe ('Dr. Kevorkian'). Stilistisch präsentieren sich BODY COUNT ebenfalls flexibler denn je: Neben den o.g. Midtempo-HC-Metal-Tracks und Rap-Metallern im altbekannten Stil (u.a. 'Truth Or Death') gibt es mit 'Last Days' und dem bereits erwähnten 'Bring It To Pain' zwei fiese Slo-Mo-Nummern in bester Type O Negative-Tradition. Am bezeichnendsten für die Klasse des Albums ist vielleicht, daß selbst ein erklärter Rap-Hasser wie Götz "Violent Demise" für das Album des Monats hält.

Autor:
Marcus Schleutermann
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