Review

Reviews 8
Classic Rock Hard Rock

BLUES PILLS

Holy Moly!

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 41:24
Erscheinungsdatum: 21.08.2020
Ausgabe: RH 399

Eine u.a. vom Touren völlig ausgebrannte Band, der Verlust ihres superben Gitarristen Dorian Sorriaux (der vom an den Sechssaiter gewechselten Bassisten Zack Anderson ersetzt wird), eine für eine noch junge Truppe generell viel zu lange Album-Pause („Lady In Gold“ erschien 2016), dazu eine weitere Verschiebung des ursprünglichen „Holy Moly!“-Release-Termins wegen Corona - die Voraussetzungen waren nicht allzu gut und die Erwartungen bei allem Vertrauen in das Können der Band, die dem Bluesrock spätestens 2014 neues Leben eingehaucht hat, zumindest bei mir dementsprechend auch nicht allzu hoch. Und in der Tat entpuppt sich „Holy Moly!“ nicht als die einfachste Platte. Bei den ersten Durchgängen freut man sich erst mal, dass Elin Larsson & Co. zurück sind und es generell noch können, über die Zeit fehlt dann aber doch ein wenig der künstlerische Furor, der die ersten beiden Studiodreher so unverzichtbar gemacht hat; hier und da, bei 'Rhythm In The Blood' oder 'Kiss My Past Goodbye' etwa, wird's sogar arg austauschbar, und das Ganze klingt nach Pflichtaufgabe. Demgegenüber steht allerdings im doppelten Sinne nach wie vor hochkonzentriertes Kraftfutter wie das energetische 'Low Road', der Hit 'Dreaming My Life Away' oder die, nun ja, Powerballade 'Song From A Mourning Dove', die im Genre immer noch niemand besser macht, die unter die Haut gehen und stets diesen einen Twist mehr offerieren, der „wichtige“ Bands von der breiten Masse abhebt. Dass die bereits seit längerem bekannte erste Single 'Proud Woman' mehr nach The Hives als meinetwegen Frumpy klingt, bleibt zudem eine Randnotiz; das Stück ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich repräsentativ.

Autor:
Boris Kaiser
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