Review

Reviews 8.0

BLACK SABBATH

13

Ausgabe: RH 314

Vertigo/Universal (53:32)

Die Vorzeichen ließen Schlimmes befürchten: Originaldrummer Bill Ward nicht dabei, Ozzy zwischenzeitlich wieder im tiefsten Suffnebel, der krebskranke Iommi nur bedingt arbeitsfähig und die erste Albumauskoppelung ´God Is Dead?´ ein ziemlicher Stinker, der erst in den letzten drei seiner neun Minuten Fahrt aufnimmt. Doch die Sabbath-Fangemeinde darf aufatmen, denn mit ´Damaged Soul´ enthält „13" nur noch einen weiteren Langweiler. Der Rest ist gut- bis erstklassig, knüpft mit seinen verschachtelten Arrangements, dem angenehm tiefen Gesang, der fast durchgängig grandiosen Gitarrenarbeit und den prägnant bollernden Bassläufen an den ´71er Meilenstein „Master Of Reality" an und klingt dank der dynamisch-erdigen Produktion von Rick Rubin doch niemals nach seit 40 Jahren ungewaschenen Socken. Mit dem sich immer weiter steigernden Gänsehäuter ´End Of The Beginning´, dem musikalisch leicht selbstreferenziellen, bitterbösen ´Dear Father´ und dem im progressiven Mittelteil an Metallicas „Death Magnetic" (Rubins Handschrift?) erinnernden Groove-Monster ´Age Of Reason´ hat das von Brad Wilk (Rage Against The Machine) kompetent komplettierte Quartett sogar drei Klassikeranwärter auf der Pfanne, und auch die ´Spirit Caravan´-artige Psychedelic-Ballade ´Zeitgeist´ sowie die beiden vergleichsweise straighten Riffwalzen ´Loner´ und ´Live Forever´ offenbaren majestätisch-düstere Qualitäten. BLACK SABBATH mit Ozzy sind anno 2013 weitaus mehr als nur ein Nostalgie-Act - „13" ist das Beste, was uns seit mindestens „Born Again" unter dem Sabbath-Banner angedreht wurde.

Autor:
Michael Rensen
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