Review

Reviews 8.0

BETONTOD

Antirockstars

Ausgabe: RH 292

Better Than Hell/Edel (43:43)

Wen man irgendwo eine Wette abschließen könnte, welche deutschsprachige Band als Nächstes den großen Durchbruch schafft, ich würde eine stattliche Summe auf BETONTOD setzen. Die Jungs vom Niederrhein sind keine Grünschnäbel mehr, sondern seit mittlerweile 20 Jahren aktiv, was man dem Songmaterial deutlich anmerkt. Hier steckt wesentlich mehr Potenzial drin als z.B. bei den stilistisch etwas ähnlich gelagerten Frei.Wild. Indes ist es nichts Verruchtes, sich als BETONTOD-Fan zu outen. Die Band stand niemals in Verdacht, in einem politisch zweifelhaften Fahrwasser zu schippern. Dennoch gelingt es ihr, in den Texten eine gute Portion Pathos und Selbstbeweihräucherung einzubauen, ohne dass es aufgesetzt oder gar peinlich wirkt. Musikalisch zeigt man sich ebenso offen: BETONTOD spielen harte Rockmusik mit punkigen Elementen und auch Metal-Querverweisen. Die Gitarrenharmonien von ´Wenn der Sturm beginnt´ wurden zweifelsfrei von Iron Maiden beeinflusst, das Eröffnungsriff von ´Steh auf!´ erinnert stark an Priests ´Breaking The Law´. BETONTOD agieren handwerklich geschickt und kompetent, Stadionchöre wie bei ´König Alkohol´ oder ´Gloria´ werden auch jeden Onkelz-Supporter in Verzückung setzen, die Texte sind gehaltvoll, aber nicht verkopft, unter den 13 Stücken sind viele Volltreffer zu vermelden. Mit etwas Glück werden BETONTOD bald in großen Hallen auftreten.

Autor:
Frank Albrecht
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