Review

Reviews 7.5

BATTLE BEAST

Steel

Ausgabe: RH 297

Plusminus:

Nuclear Blast/Warner (46:03)

Metal mit Frauengesang - in diesem Falle aber gottlob kein „Opern-Metal“ mit nervtötendem Gejaule, sondern tatsächlich „richtiger“ Heavy Metal mit einer ordentlichen Rockröhre. Ja, BATTLE BEAST-Sängerin Nitte Valo hat eine kraftvolle Stimme, die mich an eine gewisse Anny Wichardt einer deutschen Metal-Kapelle namens Rough erinnert. Oder auch an Ann Boleyn von Hellion. Jedenfalls mit ordentlich Dreck auf den Stimmbändern. Manchmal indes auch zu viel davon. Madame Nitte besitzt so was wie eine zweite Stimme, die sie gelegentlich einsetzt, und die klingt dann wie Nightwishs Marco Hietala auf Speed. Oder wie Mark Tornillo mit Lungenentzündung. Geschmackssache halt. Wie auch die Songs, die schon im klassischen Heavy Metal verwurzelt sind. Hammerfall, Accept, Iron Maiden - das sind die Einflüsse, die man deutlich heraushört. Wenn die Keyboards zu stark eingesetzt werden (was leider öfters passiert), kann man auch schon mal an Lordi als Parallele denken. Somit ist „Steel“ ein klassisches Love-it-or-hate-it-Ding. Es gibt hier einige wirklich starke Metal-Tracks zu entdecken, die freilich sehr glatt produziert wurden. So wie hier manches etwas konstruiert wirkt. Und trotzdem: Mir persönlich gefällt das meiste, was ich höre. Man darf gespannt sein, ob BATTLE BEAST zukünftig noch kommerzieller werden oder doch traditionsbewusster.

Frank Albrecht
7,5

Okay, das Wonnepröppchen am Mikro ist ganz gut bei Stimme, aber der Rest ist einfach nur bis ins Detail durchkalkulierter Schlager-Metal-Vollrotz, wie ihn die Ballermannfraktion „unserer“ Szene wahrscheinlich lieben und in großen Mengen kaufen wird. Kein Klischee ist den Finnen zu widerlich, um es nicht mit Inbrunst zu bedienen - angefangen bei den für diesen Landstrich obligatorischen Arschkriecher-Keyboards über 08/15-Standard-Metal-Harmoniewechsel und vollkommen sinnbefreite Soli eines Gitarristen, der den Unterschied zwischen Leistungssport und Musizieren nicht kennt, bis hin zu allerübelst katzbuckeligen Refrains, für die sich selbst Dieter Bohlen in Grund und Boden schämen würde. Und um auch ja so richtig nach Metal auszusehen, also so wirklich richtig, mit Nieten und Leder und so, hat die Handarbeits-AG der Erich-Kästner-Gesamtschule Donzdorf, ähem, sorry: Helsinki noch das „passende“ Outfit für die sechs Milchgesichter zusammengedengelt. Demnächst live im Vorprogramm von Nightwish. Noch Fragen?

Andreas Himmelstein 
4,5

Autor:
Frank Albrecht
Andreas Himmelstein
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