Review

Reviews 9.0
Hard Rock

BATTLE BEAST

No More Hollywood Endings

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 45:35
Ausgabe: RH 383

Der Knackpunkt in der Karriere von BATTLE BEAST war rückblickend wohl der Sängerinnenwechsel von Nitte zu Noora 2012. Die Blondine mit den schrillen Frisuren ist nämlich nicht nur eine fantastische Frontfrau, sondern für mich aktuell die beste Sängerin der ganzen Rock- und Metal-Szene. Mit ihrem riesigen Spektrum deckt sie mittlerweile alles vom kratzborstigen Dirkschneider-Röhren bis zum cremigen Robin-Beck-Croonen ab und bewegt sich natürlich auch zwischen diesen Extremen mit traumwandlerischer Sicherheit. Wie bitte? Was war das gerade? Robin Beck, fragt ihr? Ja, auf dieser Scheibe finden sich in der Tat etliche Einflüsse aus AOR und Melodic Rock, die sich zum ohnehin schon vorhandenen Disco-Appeal (alleine die Stimmeffekte in ´Raise Your Fists´ und die Drum-Sounds am Anfang von ´The Hero´ sind ein Fest für Boney-M.-Fans!) gesellen. Sortenreinen Edelstahl gibt´s hier also gewiss nicht, aber das ist auch egal, weil diese Legierung in sich absolut stimmig wirkt und die poppigen Elemente darin gerade den Reiz von BATTLE BEAST ausmachen. Lediglich die Soundästhetik einiger symphonischer Elemente und Trigger ist nicht so ganz meine und neigt mitunter zum Kitsch. Das war´s aber auch schon mit der Mäkelei.

Absolut beeindruckend, wie die verbliebenen Bandmitglieder 2017 den Verlust ihres ehemaligen Masterminds Anton Kabanen, der inzwischen eher uninspiriert mit Beast In Black rumpröttelt, weggesteckt haben und nun ihr wahres Potenzial offenbaren. Statt eines Qualitätsverlusts werden BATTLE BEAST seitdem immer besser und liefern mit „No More Hollywood Endings“ ihr mit Abstand bestes Album ab, das vor unwiderstehlichen Hooklines nur so strotzt. Der orchestrale Opener ´Unbroken´, das hymnische ´Eden´, die Achtziger-Nummer ´Unfairy Tales´, der flotte Singalong ´The Hero´ sowie das theatralische Titelstück (was für Gesangslinien!) stellen sämtliche bisherigen Hits der Kampfbiester in den Schatten. Ganz ehrlich: Solch einen Sprung hätte ich der Band nicht zugetraut. Chapeau!

Autor:
Marcus Schleutermann
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.