Review

Reviews 8.0

BATTLE BEAST

Battle Beast

Ausgabe: RH 312

Nuclear Blast/Warner (48:25)

Schon das BATTLE BEAST-Debüt „Steel“ wurde zu Unrecht belächelt - vor allem von denjenigen, für die Image wichtiger ist als musikalisches Talent. Das wird bei „Battle Beast“ nicht anders sein, obwohl (die neue) Sängerin Noora Louhimo eine fantastische Power-Röhre hat, ihr Gitarre spielender Bandkollege Anton Kabanen erstens wie Alexi Laiho soliert und zweitens 3-Inches-Of-Blood-mäßig kreischt und die Band insgesamt eine solche Frische und Energie ausstrahlt, dass man gerne auch ein paar Nightwish-Keyboards und poppige Melodien verzeiht. Die Basis dieser modern produzierten Platte ist zweifellos echter, traditioneller Heavy Metal, der irgendwo zwischen den härtesten Stratovarius-Songs, den besten Doro- und Hammerfall-Nummern und typischen (alten) U.D.O.-Power-Stampfern liegt. Musik also, die bei szenefremden Klugscheißern schon lange als uncool gilt, die aber die meisten „doofen“ Metal-Fans immer noch begeistert. Das auf Geballer getrimmte Schlagzeug würde mich bei vielen anderen Bands zugegebenermaßen stören - hier passt es aber gut zur jugendlichen Energie der Band, die ganz einfach ansteckt.

Hört euch ´Let It Roar´ auf der diesem Heft beiliegenden „Lauschangriff“-CD mal unvoreingenommen an: Will mir da allen Ernstes noch jemand erzählen, dass diese finnische Band NICHT gegen Children Of Bodom, Stratovarius oder Hammerfall (in ihren besten Momenten, wohlgemerkt) anstinken kann?

3 Fragen an BATTLE BEAST-Gitarrist Anton Kabanen:

Wenn man Savatage oder Manowar an das eine Ende des Epic-Metal-Spektrums und Nightwish an das andere Ende setzt: Wo würdest du dann BATTLE BEAST einsortieren?

»Wir passen auf jeden Fall da rein, denn wir sind episch, bombastisch, kraftvoll und over the top - wie immer du es nennen willst. Das betrifft sowohl die Musik als auch Artwork, Image und Live-Show. Das von dir angesprochene Spektrum passt in der ganzen Breite zu uns, denn mich haben sowohl die klasischen Manowar als auch Nightwish beim Songwriting inspiriert. Für uns gibt es keine Grenzen.«

Was sagst du zu Leuten, die euch „kitschig“ und „künstlich“ finden?

»Es tut mir leid, wenn sie keinen Spaß an gutem, ehrlichem Heavy Metal haben können - aber das ist nicht mein Problem. Diese Leute würden sich eh nie ´ne Live-Show von uns ansehen, also können wir sie auch nicht erreichen. An alle anderen: Legt eure Scheuklappen ab, und haltet eure Augen und Ohren offen.«

Mit Noora Louhimo habt ihr eine neue Sängerin. Warum ging ihre - stimmlich ebenfalls sehr gute - Vorgängerin?

»Ich habe Noora über YouTube gefunden, nachdem mir ein Freund einen Link geschickt hatte. Ich fand sie auf Anhieb großartig. Wir telefonierten - und am nächsten Morgen war Noora Bandmitglied. Was ihre Vorgängerin Nitte angeht: Sie ist so überraschend ausgestiegen, dass man sich schon fast an Nightwish erinnert fühlt, hahaha!« (gk)

Autor:
Götz Kühnemund
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