Review

Reviews 8.0
Hardcore

BAD COP/BAD COP

The Ride

Label: Fat Wreck/Edel
Dauer: 33:20
Erscheinungsdatum: 19.06.2020
Ausgabe: RH 398

Zu saftig produziertem, abwechslungsreich geschriebenem und mit straffem Punch gespieltem Melodycore finden Stacey Dee und ihre Mitstreiterinnen teils atemberaubend gute Worte. „By raising the fences we´re lowering the bar“, kommentiert Dee in ´Pursuit Of Liberty´ den Rückschritt ihres geliebten freien Landes in einen verbiesterten Mauerstaat. „It seems like we´re traveling back to Manzanar.“ Was für ein gut gesetzter Stich, denn Manzanar war ein Internierungslager, in das die Amis im Zweiten Weltkrieg japanischstämmige US-Bürger einsperrten, gerne auch nur auf Verdacht. Wie diese Japaner fühlt sich heute die Familie Dee, einst geflohen vor den Kommunisten des Vietcongs. Dieser ernste Song trägt die fröhlichste Melodie des Albums, mit jeder Menge „Whoa-Whoa“-Chören: Eine bittersüße Ambivalenz, die guten Cali-Punk stets auszeichnet. Was machen die vier Punkrockerinnen anders als manche Kollegen? Sie lassen in den Strophen die Bratgitarre auch mal ruhen und malen nicht jedes Klangbild bis an den Rand aus. Sie wagen hier und da andere Rhythmen als den geknüppelten 4/4-Takt. Und sie verbinden in Dees perfektem Gesang, der die Töne achterbahnsicher wie an Schienen rasen lässt, trotzigen Rotz und kristallene Klarheit. Ganz so, als wären No Doubt die Power-Pop-Truppe ihrer Frühzeit geblieben und hätten mit NoFX fusioniert. Bisher ganz klar ihr Meisterinnenstück.

Autor:
Oliver Uschmann
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