Review

Reviews 8.5

BACKYARD BABIES

People Like People Like People Like Us

Ausgabe: RH 228

(38:41)

Die Vorfreude war natürlich groß, als sich rumgesprochen hatte, dass Hellacopters-Chef Nicke „Royale“ Andersson die Produktion fürs neue BACKYARD BABIES-Album übernehmen würde. Auch wenn die Zeiten der gnadenlosen Feedback-Orgien im Hause Hellacopters schon genauso lange Vergangenheit sind wie bei den Babies selbst, traute man dem Vintage-Fetischisten Andersson einen deutlich sensibleren Umgang mit den Klangerzeugnissen von Dregen & Co. zu als dem auf Hochglanzproduktionen spezialisierten Joe Barresi, der noch bei „Stockholm Syndrome“ hinter den Reglern saß.

Aber mehr noch als am Sound, der zwar sehr natürlich und warm, aber leider auch einen Tick zu kraftlos ausgefallen ist, macht sich das Mitwirken von Andersson bei den Songs selbst bemerkbar. Die Gesangsmelodien aller Stücke rücken deutlich in den Vordergrund, wirken wesentlich arrangierter und durchdachter, als es je auf einem Babies-Album der Fall war. Und hiermit dürften viele wohl noch größere Probleme haben als mit der etwas schwachbrüstigen Produktion, denn dadurch avanciert „People Like People...“ zum Album mit dem bisher niedrigsten Arschtrittfaktor in der Babies-Diskographie.

Wer die räudige Attitüde des Klassikers „Total 13“ auf den letzten beiden Platten nicht vermisst hat, wird ohne Zweifel auch an der neuen Scheibe seine Freude haben. Und dass ausgerechnet der erste Akustik-Rocker im Programm der BACKYARD BABIES (´Roads´) zum stärksten Stück des Albums avanciert, ist dann schon fast eine logische Konsequenz.

Auch wenn „People Like People...“ durch die Zusammenarbeit mit Nicke Andersson nicht zum erhofften Überflieger geworden ist, bleibt unterm Strich ein starkes Album, dass aber ohne Frage polarisieren wird.

Autor:
Andreas Himmelstein
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