Review

Reviews 8.0

AXEL RUDI PELL

Eternal Prisoner

Ausgabe: RH 66

"Was sagen Sie dazu, daß Sie mehr Geld verdienen als der Bundeskanzler?", berichtet die Sage von einer legendären Frage an einen ordentlich entlöhnten Bundesligaprofi zu Zeiten von Kurt-Georg Kiesinger. Die nicht minder geniale Antwort ("Ich spiele ja auch besser Fußball als er") paßt wie angegossen auf Axel Rudis Biographie. Ähnlich wie der Kanzler geht der wilde Sechs-Tage-Bart aus Wattenscheid einem gerade so eben lebenserhaltenden Tagwerk nach: Er ist Topverkäufer in einem gutbesuchten Sexshop, wie unser aller Götz - "rein zufällig", wie er behauptet - vor zwei Jahren herausfand. Nebenbei spielt er Gitarre und bringt in regelmäßigen Abständen Soloalben heraus, die es in sich haben. Allerdings muß man festhalten, daß Meister Pell trotz seiner vorhandenen Qualitäten diesmal auf Nummer Sicher gegangen ist und sich weitestgehend am Erfolgsstrickmuster des Vorgängeralbums orientiert hat. Zwar hat statt M.A.R.S.-Röhre Rob Rock diesmal der wohlbekannte Jeff Scott Soto, der schon auf der letzten Tour dabei war, die neun Nummern in bravouröser Manier eingesungen, aber in puncto Songwriting hat sich nicht viel bewegt. Nach wie vor dominieren straighte, sehr traditionell und bodenständig gefärbte Heavy Metal-Sounds mit eingängig aufgebauten Melodielinien, die von Sotos Ausnahmevocals, geschickten Arrangements und den eingestreuten Soli des Meisters geprägt werden. Der Vorgänger "Nasty Reputation" hat mir zwar einen Tick besser gefallen, aber das beschert der Beurteilung keinen Abbruch: Acht zentnerschwere Punkte für ein Album, das zwischen Bombast, Technik und Feeling in Ideallinie die Kurve gekriegt hat.

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