Review

Reviews 8.0
Death Metal Modern Metal

AWAKE THE MUTES

Eyes

Label: Batardized/Alive
Dauer: 32:28
Erscheinungsdatum: 03.07.2020
Ausgabe: RH 398

PLUS-MINUS

Dem Nu Metal wurde von Old-School-Verfechtern ja gerne vorgeworfen, zu alternativ und nicht hart genug zu sein. Dem begegnen AWAKE THE MUTES, indem sie ihre sehr offensichtlich von Korn (und gelegentlich auch von den Deftones) beeinflusste Musik mit Death-Metal-Elementen kombinieren. Das funktioniert erstaunlich gut und verstärkt die als Stilmittel so beliebte Laut/leise-Dynamik sogar noch, wenn nach bassgroovendem Midtempo mit atmosphärischen Keyboard-Schichten auf einmal Blastbeats auf einen einprasseln oder der fantastische Klargesang von derben Growls abgelöst wird. „Eyes“ bietet aber nicht nur einen fetten Sound, sondern auch stimmig arrangierte Songs mit starken Hooklines. Zudem haben sich die Mainzer mit dem anspruchsvollen Textkonzept inklusive prägnanter Titel (´Sugar´, ´Salt´, ´Sulfur´) sowie dem stilsicheren Artwork viel Mühe gegeben. Cooles Debüt!

Marcus Schleutermann

8

Wenn einem gar nichts mehr einfällt, treibt man eben alles auf die Spitze. AWAKE THE MUTES haben leider nicht kapiert, dass die krassen Gegensätze, die ihre von Marcus richtig identifizierten Vorbilder zu einem Stil erhoben haben, idealerweise nicht dem Selbstzweck dienen, sondern innerer Zerrissenheit geschuldet sind - emotionalen Extremen zwischen Depression und Aggression. So wie die Band das Ganze auf „Eyes“ interpretiert, bestätigt sie nur, dass sogenannter Modern- oder Nu Metal in einer Krise steckt: Das Album ist eine Ansammlung von hohlen Gesten solider Handwerker, die zuerst einen bestimmten Sound fahren und dann vielleicht mal daran denken, „Songs“ zu schreiben.

Andreas Schiffmann

3,5

Autor:
Marcus Schleutermann
Andreas Schiffmann
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