Review

Reviews 8.0

ATREYU

Congregation Of The Damned

Ausgabe: RH 271

Es ist ein Phänomen, das genreübergreifend zu beobachten ist: Sobald sich eine Band musikalisch weiterentwickelt, sich aus der angestammten Szene entfernt und dann sogar noch erfolgreich ist, schreien die Hüter des reinen Glaubens aus vollem Hals „Verrat!". Eine Situation, die das einstige Metalcore-Aushängeschild ATREYU, dessen Alben schon zweimal in die US-Top-Ten gerauscht sind, nur allzu gut kennt, die den Fünfer aus Orange County aber nicht daran gehindert hat, den bisherigen Kurs beizubehalten. Anno 2009 setzt die Band mehr denn je auf peppig arrangierte Uptempo-Songs, die - lässt man die etwas pathetische und mit Pianoklängen unterlegte Ballade ´Wait For You´ außen vor - fast gänzlich ohne klischeehafte und kitschige Momente auskommen. Mit Tracks wie ´Gallows´, ´Storm To Pass´ oder ´Ravenous´ beweisen ATREYU ihr sicheres Händchen für mächtige Refrains mit Langzeitwirkung und halten problemlos die notwendige Balance zwischen poppigen Klängen und harten Momenten.

„Congregation Of The Damned", dem Bob Marlette (u.a. Airbourne, Black Stone Cherry, Ozzy Osbourne, Lynyrd Skynyrd) einen standesgemäßen Sound zusammengezimmert hat, ist ein weiterer Schritt in Richtung Breitwand-Rock und wird die Metalcore-Klientel endgültig verprellen, was - wie die Geschichte zeigt - ATREYU aber nicht weiter stören dürfte.

Autor:
Thomas Kupfer
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