Review

Reviews 8.0

ATREYU

A Death Grip On Yesterday

Ausgabe: RH 227

(32:56)

33 Minuten große Gefühle an der Grenze zum Kitsch. ATREYU sind für viele Fans harter Musik der Inbegriff einer Metalcore/Emo/Screamo-Band ohne Eier, aber mit ganz großen Tränendrüsen. Kein Wunder, wenn man sich einen wehleidigen Pathos-Rocker wie ´Your Private War´ anhört, den selbst Genrefans ohne Augenzwinkern kaum ertragen können. Von solchen Ausnahmen abgesehen ist das dritte Album der Amis aber erneut ein tolles Werk geworden, das den 2006er Zeitgeist wie kaum eine andere CD treffen dürfte. Ob es - im Gegensatz zu vergangenen Bewegungen wie Punk oder auch Thrash- und Death Metal - bedenklich und gefährlich ist, dass sich die Aggressionen der Jugend heutzutage eher nach innen als nach außen richten und psychische und sogar physische Defekte (Stichwort: Selbstverletzungen) innerhalb der Szene mittlerweile zum guten Ton gehören, soll und kann hier nicht erörtert werden: Fakt ist, dass ATREYU-Tracks wie ´Ex´s And Oh´s´, ´Our Sick Story (Thus Far)´, ´Shameful´, ´My Fork In The Road (Your Knife In My Back)´ oder ´We Stand Up´ tatsächlich mitten ins Herz treffen und zur Stimme für Gefühle werden, die jeder kennt.

Fünf Hits, vier (etwas) abfallende Nummern, alles brillant produziert von Josh Abraham (u.a. Velvet Revolver): Das riecht ein ganz klein wenig nach Nummer Sicher, gehört aber nichtsdestotrotz zum Besten, was der Monat zu bieten hat. Zweifelsohne eine sehr wichtige Band.

Autor:
Boris Kaiser
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